BeOS ist eines der interessantesten Betriebssysteme, das allerdings wie so oft kein gutes Ende nahm. Die Firma Be hatte es ursprünglich für eine eigene PC Serie erstellt, da die Firma von ehemaligen Apple Mitarbeitern gegründet war, folgte bald darauf auch eine Portierung auf Apple Rechner und einige Zeit später auch auf i386-PCs.
Geplant war BeOS vor allem als ein Multimedia OS, welches gerade für Audio- und Videoverarbeitung gedacht war. Leider fehlten dafür die notwendigen Programmen, gerade Standardprogramme wurden nicht portiert. Man wollte auch nicht Windows ersetzen, sondern parallelfahren. Hitachi hat wohl auch einige Rechner in Japan mit Windows 98 und BeOS ausgeliefert.
Die große Stunde kam 2000, BeOS 5 wurde erstmals in einer kostenlosen Privatanwenderversion herausgebracht, die sich zudem sehr einfach ausprobieren und installieren ließ. BeOS konnte zwar die Benutzerzahl deutlich vergrößern, nur die professionelle Version konnte dadurch kaum besser verkauft werden. Zudem konnten nicht viele kommerzielle Softwareanbieter überzeugt werden, für BeOS zu entwickeln, oder zu konvertieren.
Das Ende kam dann sehr schnell, als Be das Geschäftsfeld ändern wollte - ohne Desktopbetriebssystem – war der Ofen schnell aus. 2001 ging die Firma insolvent. Es gab noch versuche von Fans BeOS in modifizierter Version (BeOS Developer Edition) vergeblich zu retten. Am Ende gab es eine inoffizielle Nachfolgeversion namens Zeta, die viel im Teleshopping angeboten wurde, jedoch mit gleichen Problemen. Mit einem anderen Konzept hätte BeOS ein recht attraktives und erfolgreiches OS werden können.
Seit Monaten hatte ich die CD von BeOS 5 Personal Edition in der Schublade und habe es jetzt mal ausprobiert, und zwar auf einem Pentium II 400, den falls was schief gehen sollte, liegt nicht wirklich wichtiges im Argen.... =)
Ganz einfach unter Windows, das System braucht nur Platz für sein virtuelles Laufwerk, es wird nichts am System oder an den Partitionen geändert! Starten tut man das ganze über das Windows Startmenü, Windows wird dann in den DOS Modus gefahren. Oder man erstellt sich über Windows eine Bootdiskette, das ist der bessere Weg weil so DOS Treiber nicht stören können.
Selbst mit Bootdiskette unglaublich schnell, nur wenige Sekunden (wenn man das langsame Floppy berücksichtigt). Selbst der erste Start ging schnell, obwohl die Hardware hier erkannt wurde, ich musste nichts dazu tun!
Erkannt hat er die Soundkarte, die Maus, den Brenner, CD Laufwerk, die Grafikkarte (unterstützt werden sollen vor allem TNT und Matrox Karten). Die TV Karte wurde zwar richtig erkannt (Tuner/Chipsatz) funktioniert aber nicht richtig, was an der ALDI Karte selber liegt (Windowstools haben auch Probleme). Die Auflösung konnte ich problemlos hochschrauben.
Die Windows-verwalteten Laufwerke kann man mit Rechtsklick auf der Oberfläche mit "Mounting" > "Mounting all" mitbenutzen. BeOS kann auf Ihnen Schreiben und Lesen. Schwach ist die Unterstützung von Netzwerkkarten. Bei BeOS sind zwei Treiber für ISA Karten (u.a. NE2000) mitgeliefert, im Internet gibt es noch welche für Realtek und andere Karten.

Die Oberfläche kommt einen halbwegs bekannt vor. Es gibt keinen Explorer sonder nur Fenster. Statt eines Startmenüs gibt es ein BeOS Menü in der rechten oberen Ecke. Neben den Beenden Funktionen und den Programmen sind dort auch die laufenden Programme, wie in der Taskleiste aufgeführt.

Bei BeOS sind schon etliche gute Programme dabei, ein CD Player, ein Brenn Programm, ein TV Karten Programm, Mines Sweeper, ein Multimedia Player (u.a. MP3), ein Zip Programm und einiges mehr.

Leider mangelt es an einer großen Vielfalt an Programmen für BeOS. BeOS selber ist zudem nur in Englisch downloadbar, unter "Personal Edition" > "Proferences" > "Keymaps" kann man die Tastatur aber auf deutsch umstellen. Es gibt aber einige Freewareprogramme zum downloaden im Internet.

Apropos Freeware: BeOS 5 Personal Edition ist Freeware, die Unterschiede zur Pro Edition sind das Fehlen von einer Multiprozessorunterstützung, weniger Software dabei und die BeOS Partion ist auf rund 500 MB beschränkt. BeOS 5 Pro kann mehrere Terabyte verwalten.

Der Internetzugang soll simpel sein, ich konnte es leider nicht ausprobieren da ich am zweit Rechner kein Modem habe. Es sollen aber vor allem Externe Geräte (Serielles Modem, Extern ISDN) unterstütz werden.




BeOS eiskalt, die Zeitzonen lassen sich auf alles Mögliche einstellen, sogar auf den Südpol. Die Einstellung ist aber nur geeignet wenn man den Rechner mittig auf dem Pol hinstellt, ein Schritt zur Seite und die Umstellerei geht wieder los... =)

BeOS 5 Personal Edition ist ein nettes unkompliziertes System was schön schnell ist. Leider leidet es unter mangelnder Softwareunterstützung. Wer nicht zu exotische Hardware hat, kann es Problemlos ausprobieren. Ich werde es wohl drauflassen, da es ganz nett aussieht und stabil wirkt. Ob es eine Zukunft für BeOS gibt ist fraglich, schon heute gibt es einige Deadlinks in den Suchmaschinen.
Es gibt auch eine Version für ältere Apples
Test von 2002.