Das BIOS optimieren

Nachdem die Hardware endlich versorgt ist, kommt es zum ersten Start mit voller Ausstattung, jetzt muss man den Mainboard mitteilen was alles im Rechner steckt, Plug&Play war damals nicht unbedingt verbreitet.

Ein AMI BIOS Baustein

Zuerst ruft man erst mal das BIOS beim Start auf, meist durch drücken von [ENF] ([DEL] auf englisch). Das ist jedenfalls der Standard bei AMI und bei AWARD BIOSen. Bei Phoenix ist es meist [F2], Phoenix BIOSe lasse ich hier weg, da ich erstens keins mehr besitze, und zweitens nur wenige Einstellungen möglich sind. Mehr zu BIOSen und den Einstellungen finden sie unter www.bios-info.de

AMI

Sehr verbreitet bei 386ern und 486ern. Der Eingangsbildschirm sieht in etwa so aus:

Der Punkt "AUTO DETECT HARD DISK" fehlt bei älteren Platinen, diese sehr nützliche Funktion kam erst 92/93 auf. Man sollte zuerst einmal die "AUTO CONFIGURATION WITH BIOS DEFAULTS" laden, und dann in das "STANDARD CMOS SETUP" gehen.

Hier trägt man erst mal das Datum und die Uhrzeit ein. Achtung! Ältere Platinen können Probleme mit dem Jahr 2000 haben, häufiger ist aber der Fehler das der Schaltjahrtag 2000 vergessen wurde. Unter "Hard Disk X: Type" trägt man die Festplatte mit ihren Parametern ein, außer man hat die Option "AUTO DETECT HARD DISK". Dann spart man sich das. Man muss übrigens Typ 47 vorher auswählen, wenn man eine eigene Platte selber eintragen möchte, 1-46 sind uralte vordefinierte.

Bei "Floppy Drive X:" werden die Diskettenlaufwerke eingetragen, dies wird nicht überprüft, man sollte also sicher sein, meist hat man aber ein "1.44 MB 3 1/2" und/oder ein "1.2 MB 5 /1/4" eingebaut, die anderen Laufwerke haben sich entweder nicht durchgesetzt oder sind nur bei 286ern zu finden.

Untern "ADVANCED CMOS BIOS" findet man einige wichtige Einstellungen: "MEMORY TICK SOUND" ist der Ton beim Speichertest, "HARD DISK TYPE 47 RAM AREA" ist der Speicherbereich für den Festplattencontroller (nicht ändern, es sei denn man benutzt einen Festplattentyp 1-46) "FLOPPY DRIVE SEEK AT BOOT" prüft ob ein Floppy vorhanden ist, ausschalten spart Zeit.

"SYSTEM BOOT SEQUENCE" gibt die Reihenfolge an in der nach bootfähigen Medien gesucht werden soll. Zur Installation von Betriebssystemen braucht man "A:, C:", also erst Diskette, dann Festplatte. Ansonsten kann man es umdrehen und spart Zeit beim Starten. "SYSTEM BOOT UP CPU SPEED", wenn eingeschaltet wird der Turboschalter ignoriert, das System läuft gleich in optimaler Geschwindigkeit. Man sollte auch alle CPU Caches aktivieren.

Unter "ADVANCED CHIPSET SETUP sollte man wissen was man tut, hier wird der Arbeitsspeicher und die SLOTS eingestellt. Die "AT BUS CLOCK SELECTION" sollte so eingestellt werden, das der BUS 8,33 MHz bekommt. Dazu wird die Systemtaktung geteilt:

Systemtakt: Teiler: zum Beispiel bei der CPU
16 MHz Teiler 2 486 SX 16, 386 SX 16
20 MHz Teiler 2,5 486 SX 20, DX2 40
25 MHz Teiler 3 486 DX/SX 25, DX2 50, DX4 75
33 MHz Teiler 4 486 DX 33, DX2 66, DX4 100,133
40 MHz Teiler 5 486 DX 40, DX2 80, DX4 120
50 MHz Teiler 6 486 DX 50

Die anderen Einstellungen geben die Geschwindigkeit des Cache und des Arbeitsspeichers an, hier sollte man Datenblätter haben oder Probieren. Niedrigere Werte sind schneller.

Und wer es hat kann glücklich sein, die "AUTO DETECT HARD DISK" Funktion erkennt korrekt installierte Festplatte selbstständig. Man sollte sich aber nicht bei der "SIZE" also der Größe nicht wundern: Die Festplattenhersteller rechnen etwas anders, so dass das BIOS einen kleineren Wert für die Größe angibt. Meine 240 MB Platte im Beispiel nannte Connor 250 MB. Die Festplatten rechnen nicht mit 1024 Byte pro Kilobyte sondern mit 1000.

Wenn man fertig ist und die Einstellungen speichern möchte beendet man das BIOS über  "WRITE TO CMOS AND EXIT", die auftauchende Frage beantwortet man mit [z] (Auf der deutschen Tastatur ist das "z" an der Stelle wo bei der amerikanischen "y" wäre). Wenn man nichts speichern möchte geht das ähnlich über "DO NOT WRITE TO CMOS AND EXIT", oder macht führt einfach einen Warmstart durch ([STRG]+[ALT]+[ENF])

AWARD

Ein AWARD BIOS ist seltener bei 486er, aber wenn man eins hat, kann man froh sein. Es ist ordentlich aufgebaut und hat viele Einstellmöglichkeiten. Es kommt von der Struktur her in aktuellen Rechnern immer noch vor!

Zuerst sollte man die "BIOS DEFAULTS" und die "SETUP DEFAULTS" laden, danach ein Abstecher zu der "IDE HDD AUTO DETECTION" dann kann man sich um das "STANDARD CMOS SETUP" kümmern.

Hier gibt man wieder Datum, Uhrzeit und Diskettenlaufwerke ein. und falls was schief gegangen ist, auch die Festplatte.

Wie im AMI BIOS stellt man die Cache Einstellungen auf "ENABLED" um sie zu aktivieren und stellt die Boot Reihenfolge optimal ein. Die Einstellung "QUICK POWER ON SELFT TEST" spart viel Zeit, da hierbei die Hardware nicht übermäßig getestet wird (Speicher wird zum Beispiel nur einmal statt dreimal gezählt). Die OPTION "SWAP FLOPPY DRIVE" erlaubt einen das vertauschen der Laufwerksbuchstaben der Diskettenlaufwerke. Dies kann praktisch sein wenn man z.B. ein 5 1/4 Zoll Laufwerk als B: eingebaut hat, aber von einer 5 1/4 Zoll Diskette booten möchte.

Unter den "CHIPSET FEATURE SETUP" kann man, wenn mans weiß, die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers einstellen. Auch sollte man den AT-BUS wieder richtig mit den Teiler auf 8,33 MHz einstellen (siehe Tabelle oben beim AMI BIOS). Ansonsten kann man die Schnittstellen des Mainboards aktivieren/deaktivieren, dies kann sinnvoll sein, wenn man eine Steckkarte dafür benutzen möchte, oder den IRQ einer ungenutzen Schnittstelle für Steckkarten freimachen möchte. Ich hab z. B. COM 2 deaktiviert um den IRQ 3 für die Netzwerkkarte frei zu haben.

Die Festplattenerkennung ermöglicht einen komfortabel die Festplatten einzurichten. Bei Festplatten bis 1024 Cylinder sollte man die Option mit dem Modus "NORMAL" wählen, darüber die mit "LBA".

Das BIOS wird nach dem man alles eingestellt hat über "SAVE & EXIT SETUP" verlassen. Auch hier wird eine Nachfrage mit [z] für "YES" bestätigt.

Biosupdaten auf 486er (und auch Pentium) Mainboards

Flash-Roms auf Mainboards wurden '95-'96 gebräuchlich, sind daher auf frühen Pentium u. späten 486-Mainboards von Fall zu Fall eingesetzt worden. Aus Kostengründen wurden aber die alten, billigeren
Eproms auch auf Flash-Rom kompatiblen Boards verbaut. Dieses How-To beschreibt wie man sein Bios trotzdem Updaten kann.

Flash-Roms gibt es ab 128kb Größe, in 5 u. 12V Ausführungen, wobei die 12V-Variante von Intel ist, ein spezielles Teil, auf das man nur passende Biosimages flashen kann. Die 5V-Teile sind kompatibler und können auf vielen Boards verwendet werden. man kann übrigens auch Eproms neu beschreiben, nur benötigt man dazu ein eigenes Brenngerät, bzw. einen Löscher, bekommt man z.B. bei Conrad, ist aber recht teuer.

ein Eprom, leicht erkennbar an dem runden 'Fenster' in der Mitte, zu sehen wenn man den Aufkleber abzieht
ein 128kb Flash-Rom
zum Vergleich, ein älteres 64kb Eprom auf einem Sockel für 128kb-Bioschips, natürlich nicht flashbar

Als erstes muss man herausfinden, ob es ein Biosupdate für sein Board (noch) gibt. viele Hersteller haben schon längst ihre Ftp's aufgeräumt, aber Google ist dein Freund ;)

Wenn man Das hat, muss man sich einen 128kb Flashrom-Chip besorgen, am ehesten wird man auf  Sockel 5 u. 7-Boards fündig, hier waren die Flashroms schon Standard und sind 128kb. Man sollte den Aufkleber entfernen und mit der Chip-Bezeichnung googeln, um festzustellen mit wie viel Volt der Chip betrieben wird und ob es auch ein 128kb-Chip ist.

Anschließend sucht man im Manual seines Boards den Jumper für die Volteinstellung des Bios-Chips. Möglich dass nur ein Jumper für Flash-enable existiert, dann sind nur 5V möglich, da Eproms generell mit 5V laufen.

Jetzt braucht man noch ein Flash-Tool, um sein Update auch auf den Chip zu bekommen. man holt sich Uniflash, Downloadseite,

Jetzt werden sich vielleicht manche Fragen, warum nicht das Flashtool von Award oder Ami nehmen; der Grund ist, auf dem Flash-Chip ist natürlich noch das Bios des ursprünglichen Rechners drauf, die Tools überprüfen ob das Update passt, und verweigern das Flashen, da die Version natürlich eine andere ist.

Man erstellt sich eine Dos-Bootdiskette, ohne jegliche Treiber, kopiert Uniflash und seine Biosdatei drauf, dann gehts mal ans Basteln.

Am besten ist, man baut das Mainboard aus und baut das System offen zusammen, also Netzteil, Mainboard, Floppy, Tastatur und natürlich eine Grafikkarte ;) zuerst geht man in die Bioseinstellungen und überprüft, ob System Bios Shadow aktiviert ist, sonst stürzt das System böse ab, wenn man den Bios-Chip im laufenden Betrieb entfernt, aber alles der Reihe nach.

VOR dem Einschalten hebelt man den Eprom-Chip vorsichtig aus dem Sockel, immer abwechselnd links und rechts ein kleines Stück, bis er draußen ist, immer aufpassen dass man keine Bauteile beschädigt und vor allem die Beinchen des Chips nicht abbricht.

Nun legt man den Chip wieder auf den Sockel, natürlich richtig herum (Sockel u. Chip haben eine Markierung) hält ihn mit dem Finger nieder und schaltet ein. Wenn das System nicht startet, etwas fester niederdrücken, aber nur soviel, dass man ihn leicht wieder entfernen kann. Wenn es startet hat man alles richtig gemacht, die Bootdiskette sollte im Idealfall schon im Laufwerk sein, wenn er anfängt von der Floppy zu booten, kann man den Chip vorsichtig wegnehmen, nur aufpassen dass man mit den Beinchen nichts berührt.

Jetzt kommt der heikle Teil, den Flash-Chip auf den, jetzt leeren, Sockel drücken. vielleicht vor dem Einschalten nachsehen, ob nicht die Beinchen etwas zurechtzubiegen sind, damit nachher auch alles glatt geht. Wieder aufpassen ob richtig herum, und vorsichtig aufstecken. Wenn Dos anschließend nicht hängen geblieben ist, hat man's fast geschafft. Tief durchatmen, evtl. zur Beruhigung nen Bierchen aufmachen etc.. ;)

Nun zum letzten Teil, das Flashen. man startet Uniflash

Im Idealfall wird der Chiptyp angezeigt (dort, wo auf dem bild UNKNOWN steht) (wenn nicht kann nicht garantiert werden, ob es auch klappt) man geht auf Flash BIOS image file to Flash ROM, gibt den Dateinamen seiner Biosdatei ein, bestätigt und flasht. wenn alles gut gegangen ist, meldet Uniflash "Last write status: SUCSESS" und man kann Uniflash beenden.

Anschliessend das große Finale: durch drücken von Strg-Alt-Entf erfährt man die Wahrheit über sein Biosupdate..

Falls der Rechner wirklich nicht mehr bootet (möglich wenn der Flash-Chip nicht richtig erkannt wurde, oder weil vielleicht die Biosdatei die falsche war) Chips wieder umstecken, evtl. anderen Flashchip versuchen und von vorn Beginnen.

Happy Flashing =)

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