Windows 3.0

Es war das erste richtig erfolgreiche Windows, es wurden über 10 Millionen Exemplare weltweit verkauft, davon alleine 2 Millionen Stück in den ersten 6 Monaten.

Es führte die für Jahre gültige neue Programm Manager Oberfläche ein, wichtige Technologien wie der VGA Standard wurden unterstützt, so kann man die Auflösung von 640x480 und 16 Farben (entsprechende Hardware vorausgesetzt) nutzen. Auch wurde die Barriere des konventionellen Speichers endgültig durchbrochen.

Windows 3.0
Der Startbildschirm von Windows 3.0

Und das sind die neuen Funktionen im Überblick:

Windows 3.0

  • Neue Oberfläche mit neuem Farbschema, 3D-Look vieler Icons
  • Programm-Manager, Dateimanager (mit Baumstruktur) & Taskmanager als Ausgang fürs leichtere/schnellere Arbeiten mit Programmen
  • Die Onlinehilfe
  • Speichernutzung auch oberhalb der 640 KB Grenze (bei 286ern/386er)
  • "Himem.sys" unterstützt jetzt bis 16 MB Speicher
  • Neues einfacheres Setup
  • Erneuerte, bzw. ergänzte Systemsteuerung
  • Der Druckmanager
  • Der Rekorder erlaubt die Aufnahme von Mausbewegungen und Tastatureingaben zur Verwendung als Makro
  • Paintbrush ersetzt Paint, dadurch werden jetzt Bilder in Farbe möglich
  • Das Terminalprogramm
  • Neue Symbolschriftart wurde hinzugefügt
  • Mehr Kontrolle über Nicht-Windowsprogramme im erweiterten 386 Modus
  • Systemmeldungen enthalten nun Erklärungen und Hilfestellungen
  • Das Kartenspiel "Solitär" wurde hinzugefügt, laut Handbuch um die Grundlagen des Umgangs mit Windows zu üben.
  • Im erweiterten 386er Modus kann man eine Auslagerungsdatei nutzen
  • MS-DOS Programme laufen nun auch in einen Fenster
Windows 3.0
Der erste Teil des Setups läuft noch im DOS-Modus, der zweite schon unter Windows.
Windows 3.0
Der Programm-Manager, gegenüber dem bekannteren Nachfolger Windows 3.1 wirkt er unscheinbarer.

Als Hauptbildschirm dient jetzt keine Dateiverwaltung mehr, sondern der Programm-Manager mit seiner Symbol-Auswahl zum Programmstart. Die Dateiverwaltung wird über den neuen Dateimanager erledigt, der erstmals ein Symbol für CD-Rom Laufwerke besitzt, davor waren es Festplatten.

Windows 3.0
Der Dateimanager ist etwas umständlich, man beachte das originelle CD-Symbol!

Als neues Spiel kommt Solitär zu Reversi.

Windows 3.0
Der erste Einsatz von Solitär gegen den langweiligen Büroalltag.

Der Nachfolger vom Paint aus Windows 1 und 2 heißt Paintbrush und unterstützt nun auch Farben!
Allerdings nur 16 echte, der Rest ist gemischt...

Windows 3.0
Das Malprogramm Paintbrush

Hohe Hardwareanforderungen, zwar läuft Windows 3.x auch auf 8086 Prozessoren, ein 386 mit mindestens 2 MB Speicher ist aber empfehlenswerter, damit Programme besser ausgeführt werden können.

Folgende Betriebsarten sind möglich:

  • Real Modus > mindestens 8086er Prozessor und 384 KB Speicher
  • Standard Modus > mindestens 286er Prozessor mit 192 KB Erweiterungsspeicher (also 640 + 192 KB)
  • Erweiterter Modus > mindestens 386er Prozessor mit 1024 KB Erweiterungsspeicher (also 640 + 1024 KB)

Sie unterscheiden sich alle in der Benutzung des Speichers und teilweise der Hardwareansprache (ein 386er besitzt z.B. mehr IRQs). Man kann die Modi auch mit Startparametern erzwingen, um ältere Programme zu starten.

Windows 3.0
Im Real Modus wird der Speicher schnell knapp...

Windows 3.00a

Eine leicht verbesserte Version von Windows 3.0, unter anderem wurde die beiliegende "himem.sys" aktualisiert. Diese Datei dient dem Zugriff auf hohe Speicherbereiche über 640 KB.

Es wurden außerdem einige Probleme mit dem Netzwerk, Dynamic Data Exchange, Druckern und Setup behoben. Dem Retail-Paket wird ein Frage-Antwort Buch hinzugefügt.

Windows 3.0
Englische Version von Win 3.00a. Hier in der Systemsteuerung, Unterpunkt Ländereinstellung: Der Euro ist da!
Windows 3.0
Windows 3.0 war weltweit das erste erfolgreiche Windows. Auch in Japan.
Windows 3.0
Der Desktop: Mit der VGA (16) Farbenpracht wird geprotzt. Die Symbole sind minimierte Programme.

Der Lieferumfangumfang von Windows 3.0


Meine Videoreview von der Windows 3.0 Packung.

Wenn man die Packungen des deutschen (oben) und des englischen (unten links) Windows 3.0 vergleicht fällt einem auf, dass beim deutschen Packungslayout mehr vom Hintergrundfenster zu sehen ist. Das hat einen einfachen Grund. Es ist dasselbe Foto! Beim englischsprachigen Original kann man auf den Monitor alles (in Englisch) lesen, beim deutschen Layout ist der Monitor durch den größeren Ausschnitt so klein, das kaum noch etwas erkannt werden kann. Man hat sich so ein neues Packungsbild für jede erhältliche Sprache gespart.

Windows 3.0
Windows 3.0 Packung (englisch)

Windows 3.0 Packung (deutsch)

Es gab auch noch eine besondere Version von Windows 3.0 (anscheinend auch kurze Zeit mit Windows 3.1): Neben, der ansonsten normalen, Windows Version lag noch eine Microsoft Maus bei. UVP etwa 400 €, die Maus alleine hatte eine UVP von 180 €. Siehe auch: Die Microsoft Produkte Broschüre von 1991 (5 MB).


Windows 3.0 im Bundle mit Microsoft Maus.

Windows 3.0 (deutsch) Packung und Inhalt

Windows 3.00a mit Multimedia Extension

Hierbei handelt es sich um eine Windows 3.0 Version, die in der Lage ist digitale Töne von sich zu geben, dazu wurden einige Bestandteile von Windows aktualisiert und neu hinzugefügt; wie der Mediaplayer und die CD Wiedergabe. Es wurde nur mit einem neuen PC vertrieben, dieser musste mindestens ein 10 MHz 286er, 2 MB RAM, Soundkarte mit Midi Schnittstelle, 30 MB Festplatte und CD-ROM und anderes besitzen. Es wurde laut eines altes c't Artikels auf CD-ROM geliefert und ist damit das erste Windows auf diesem Medium.

Die Änderungen gegenüber Windows 3.00a sind:

  • Neue Treiber für die MPC Hardware
  • Media Control Interface hinzugefügt
  • Systemsteuerung erweitert um Bildschirmschoner, Video, Joystick, Treiber, Akustische Signale und Midi
  • Neues Zubehör: MPC Wecker, Media Player und Sound Recorder
Windows 3.0
Das Startlogo von Windows 3.0 mit Multimedia Extensions
Windows 3.0
Windows 3.0 mit Multimedia Extensions ist im Prinzip nur ein modifiziertes 3.00a
Windows 3.0
Die Systemsteuerung ist der von Windows 3.1 nicht unähnlich

Die zusätzlichen Tools:

Windows 3.0
Die Music Box als CD Wiedergabe
Windows 3.0
Der Sound Recorder
Windows 3.0
Die "Alarm Clock" als erweiterte Uhr, mit Pseudo 3D Effekt und Weckerfunktionen
Windows 3.0
Der Media Player
Windows 3.0
Die Bildschirmschoner (beinahe die selben wie in Windows 3.1) haben ein eigenes Systemsteuerungspanel.

Mein Fazit

Historisch gesehen übernimmt Microsoft mit Windows 3.0 die Vorherrschaft der Grafischen Benutzeroberflächen auf den PC. Der größte Konkurrent war nun Apple mit seinen Macintosh Computern. Windows 3 wurde mit professionellerer Aufmachung und wachsenden Softwareangebot sehr erfolgreich, auch wurde diese Version erstmals vorinstalliert auf Computern angeboten, die Firma Zenith war hier Vorreiter.

Aus heutiger Sicht ist auch die erste "Progman"-Version natürlich veraltet, sieht aber nicht mehr ganz so ungewöhnlich wie seine Vorfahren aus. Wenn man auf ein Win16 angewiesen ist, sollte man allerdings doch den Nachfolger wählen. Hier läuft einfach mehr.

Systemvorrausetzungen Minimal Standard Minimal Erweitert 386 Sinnvoll
Prozessor 286 16 MHz 386 CPU 386 DX
Arbeitsspeicher 1 MB 2 MB 8 MB
Festplatte 6 MB 8 MB 20 MB
Laufwerk Diskettenlaufwerk Diskettenlaufwerk Diskettenlaufwerk
DOS 3.1 3.1 6.22