Windows 7 Vorversionen

Der Entwicklungsprozess von Windows 7 wurde durch ein Paradoxum gekennzeichnet. Zum einen ging man sehr offen mit der Beta und Release Candidat Version um, allerdings wurden auch wirklich nur diese beiden Versionen der Öffentlichkeit und dem normalen Betatester präsentiert. Intern gab es hingegen deutlich mehr Versionen.

Die Beta wurde im Januar 2009 der Öffentlichkeit präsentiert, die RC gut vier Monate später. Es gab wie schon zu Vista Zeiten sehr großes Interesse und daher hoffnungslos überlastete Server.

Wie erwähnt fand selbst der Betatest nur mit 2 Versionen statt, das viele Tester verärgert hat. Grund war das intern mit ausgewählten "Test Piloten" gearbeitet wurde. Interessantes zu diesen Interna findet man bei zdnet.

Galerie Beta

Windows 7 Beta

Während des Setups wird vorgeschlagen eine Homegroup zu erstellen, sie soll die Workgroup ablösen und es vor allem für Anfänger leichter machen Dateien usw. zu tauschen. Soweit bekannt scheint sie nur unter Windows 7 Computern zu laufen und ist rein optional. Erstellt man keine, ist man automatisch in einer Workgroup, deren Name später auch noch verändert, bzw. durch eine Domäne ersetzt werden kann.

Nach der Installation erscheint die neue grafische Oberfläche. Sie wirkt vertraut, wenn man mit Vista gearbeitet hat, sie weist aber einige Neuerungen auf. Zum ersten findet man die Taskleiste deutlich verbreitert vor. In ihr sind deutlich größere Symbole, die auf den ersten Blick wie Schnellstartsymbole wirken. Es sind aber "Sprunglisten". Diese dienen als Sammelbecken für alle Instanzen des Programms oder zugehöriger Dokumente. Auf den ersten Blick kann man nicht unterscheiden ob und viele Instanzen eines solchen Programme laufen. Hierzu ein Bild bei dem in der Mitte eine Liste der laufenden Programme (ALT+TAB) eingeblendet ist.

Man sieht, dass momentan mehrere Systemdialoge laufen, der Internet Explorer in Instanzen, Taschenrechner, Paint und Wordpad. Die neue Taskbar enthält zusätzlich zum vorherigen Screenshot aber nur die Symbole der Zubehörprogramme ohne Sprungliste. In der Sprungliste vom Internet Explorer sind 4 Webseiten zu sehen, da eine Instanz 2 Tabs offen hatte. Man kann so direkt eine Webseite heraussuchen ohne zu wissen in welchen Tab von welcher Instanz sie ist. Ob eine Sprungleiste etwas enthält sieht man nur daran, ob sie einen Rahmen hat, oder wie beim Explorer sogar gestapelte (für mehrere). Das orange Symbol des Mediaplayers ist nicht mit Rahmen versehen, da dieser momentan nicht läuft, aber dauerhaft in der Taskleiste verankert ist.

Im Startmenü befindet sich eine ähnliche Funktion, der rechte Bereich kann erweiterte Funktionen / Verknüpfungen zu einem Programm einblenden. Immerhin lässt sich das Verhalten der alten Arbeitsweise wieder anpassen. Dann werden die Instanzen nicht mehr gruppiert. Neben der Uhr befindet sich ein leeres Feld, welches als Abkürzung zum Desktop dient (früher in der Schnellstartleiste).

Was allerdings nicht geht ist das Startmenü komplett auf den alten Stand umzustellen. Weder das Startmenü von Vista noch das von Windows 2000 ist vorhanden. Verschwunden ist ebenfalls die Sidebar. Wobei nur der getönte Streifen am Rande eines Bildschirms verschwunden ist, die Miniaturanwendungen werden jetzt einfach frei auf dem Desktop verteilt und können weiterhin mit dem Tastenkürzel WINDOWS+LEERTASTE in den Vordergrund gezogen werden.

Dadurch, dass es keine Sidebar mehr gibt kann man bei geeigneten Anwendungen auch konfigurieren ob sie den alten gedockten Zustand oder den unangedockten Zustand dauerhaft einnehmen sollen. Beim Wetterprogramm war der gedockte die aktuelle Wetterlage und die ungedockte die größere 3-Tagesvorschau. Meine selbstgeschriebene LED Uhr (Siehe Winhistory Downloads) funktioniert auch noch bestens.

Der Explorer wurde gegenüber dem von Vista weiter aufgeräumt. Es gibt keinen Trenner mehr zwischen Linkfavoriten und dem Rest. Neu sind auch das vorhanden sein von Themes, die das personalisieren der Umgebung vereinfachen sollen. Mit der deutschen Version werden dann auch gleich ein paar deutsche Landschaften als Bildschirmhintergrund geliefert. Ob das jetzt heißt ob die Österreicher und Schweizer eigene Versionen kriegen? Neu ist auch das man die Hintergrundbilder gruppieren kann, um sie nach einen gewissen Intervall automatisch austauschen zu lassen. Dies geschieht auch noch mit einem hübschen Überblendeffekt.

Wiederum verschwunden sind einige Programme wie Windows Mail. Dies wird durch ein Programm der Windows Live! Serie ersetzt und muss erst aus dem Internet geladen und installiert werden. Überarbeitet wurden dagegen Paint und Wordpad. Sie erhalten nicht nur die von Office 2007 bekannte "Ribbon" Oberfläche, sondern enthalten neue Funktionen und Werkzeuge. Zumindest bei Paint ist ein wenig Eingewöhnung nötig, so hat die rechte Maustaste keine Funktion mehr (früher zweite Farbe).

Ansonsten werden einige weitere Bestandteile aktualisiert. So kommt der Internet Explorer in der neuen Version 8.0. Er bietet vor allem bessere Unterstützung von Webstandards, kommt aber auch mit "Webslices". Das sind kleine Webseitenausschnitte, die ähnlich wie RSS-Feeds zu werten sind. Der IE 8.0 wird aber wohl auch für XP und Vista erscheinen.

Kommen wird auch DirectX 11. Ob diese Version aber einen glücklicheren Start als DirectX 10 hat, ist noch nicht abschätzbar. DirectX 10 krankt zurzeit noch stark an der mangelnden Akzeptanz. Die meisten Spiele nutzen es nur für erweiterte Effekte und dadurch sinkt meist die Performance relativ stark ohne nennenswerte Effekte. Meist sieht man die Unterschiede nur im direkten Vergleich. Da es noch keine Grafikkarten gibt, wird sich 11er Version wohl erst langfristig durchsetzen.

Viele freuen wird die neue Benutzerkontensteuerung. Sie wurde von vielen ganz abgeschaltet, weil sie sehr oft eine Bestätigung forderte. In meinen kurzen Test von 7 habe ich die Meldung einmal bestätigen müssen, als ich den Registrierungseditor öffnete. Man kann jetzt auch feiner einstellen, wann die Meldung kommen soll. Ich hatte sie auf Standard gelassen.

Neue Hardwareunterstützung wird es auch geben, aber zumindest USB 3.0 wird wohl nicht mehr rechtzeitig enthalten sein. Neu ist allerdings die Unterstützung von berührungsempfindlichen Multitouchdisplays. Der Codename für die Technik lautet Surface. Windows wird dann, ähnlich wie gewisse MP3-Player, mit den Fingern mit Bewegungen und Gesten gesteuert. Dies machte es auch nötig die Taskleiste zu verbreitern, da sie nicht nur mit einem Mauszeiger oder Stift (Tablet PC), sondern auch mit dem Finger bedient werden soll. Allerdings werden die Displays wohl noch einige Zeit sehr teuer bleiben und so eher Exot, wie das gefloppte Vista Sideshow (Sekundärer Minibildschirm mit eigenem Speicher), sein.

Die bereits erwähnte Homegroup erleichtert es Einsteigern Dateien und Drucker zu teilen. Im Gegensatz zur klassischen Freigabe erstellt ein Benutzer auf einem Computer eine neue Homegroup und gibt an, was er zur Verfügung stellen möchte. Daraufhin erhält er ein Passwort, welches er an andere Anwender im Netzwerk weitergeben kann. Bei diesen wird automatisch erkannt das eine Homegroup zur Verfügung steht. Diese kann dann mit dem Passwort betreten werden, und der Anwender wählt wieder aus was er teilen möchte. Die ganze Geschichte arbeitet dabei nicht mit Ordnern, sondern mit den Dokument Bibliotheken. Ein Grund warum es wahrscheinlich ein Windows 7 Alleinstellungsmerkmal bleiben wird.

Eine andere Ankündigung war das Windows 7 deutlich schneller sein soll als Vista. Eine Aussage die man mit der Betaversion wohl schwer bewerten kann. Es gibt einige Berichte, dass es schon sehr gut auf Netbooks, kleine schwache Laptops, laufen soll. Trotzdem wurde eine spezielle Version für diese Geräte angekündigt, die vermutlich nur über OEM Kanäle vertrieben wird.

Persönlich hatte ich den Eindruck das auf meinen Testsystem, einen Pentium 4 mit 2800 MHz und Hyperthreading, Seven nicht schneller läuft als mit Vista. Der integrierte Leistungsbenchmark offenbarte eine niedrigere Leistung als unter Vista. Vor allem die CPU wurde von 4,2 auf 3,7 herunter bewertet. Neu sind jetzt Noten die bis zu 7,9 gehen können, bei Vista war bei 5,9 Schluss. Die Bootdauer ist bei meinem System recht ähnlich. Seven ist vielleicht 5 Sekunden langsamer. Aber wie gesagt Beta. Auf einen richtig alten System will ich noch testen.

Galerie RC

Windows 7 Release Candidat (RC)

Im Mai 2009 wurde die letzte öffentliche Vorversion vorgestellt. Zur Beta haben sich viele Kleinigkeiten getan, siehe Technet. Wirklich neu sind nur "Bitlocker to go" zum Verschlüsseln von Wechseldatenträgern und eine geänderte Behandlung der Autorunfunktion um Viren vorzubeugen. Zur Fertigstellung der endgültigen Version wurde nochmals bestätigt, dass tatsächlich der RC alle Funktionen besessen hat.

Viele der kleinen Änderungen betreffen die neue GUI, so lassen sich jetzt auch direkt in der Taskleistenliste einzelne Programme beenden.

Auch das Setup wurde überarbeitet, es bietet jetzt ein neues ansprechendes Hintergrundbild, generell hat man nach der Festplattenkonfiguration kaum mehr Eingriffsmöglichkeiten.

 

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