Der Name irritiert zwar etwas, die erste Version von NT heißt 3.1 - vermutlich um die Version optisch mit der damaligen Windows 3.1 Version anzupassen. Ein weiterer Grund könnte sein, das OS/2 3 der Grundstein der Entwicklung war. OS/2 wurde Ende der 1980er Jahre zusammen mit IBM entwickelt, um ein neues modernes Standardbetriebssystem zu schaffen. Allerdings konnte sich OS/2 am Markt nicht durchsetzen: zu teuer, zu viele Kompatibilitätsprobleme. 1990 beendeten Microsoft und IBM ihre Zusammenarbeit, da waren aber Nachfolgeversionen längst in Arbeit, OS/2 2 bei IBM, der Grundstein für die weiteren Jahre bis hin zu OS/2 Warp und bei Microsoft arbeitete man an der besagten 3er Version. Nach Presseberichten versuchte man nun bei Microsoft mit diesem System den neuen Standard im Markt zu setzen, nach einigen Verschiebungen positionierte man relativ kurzfristig NT dann doch als Client-Server Betriebssystem für größere Netze. Darin liegt auch begründet, dass die normale Ausgabe nicht den Zusatz Workstation trägt - es wäre die normale PC Version gewesen - und der Server gleich zum Advanced Server wurde.
Offiziell startete die Entwicklung von Portasys (Portable Systems) - wie Windows NT ursprünglich heißen sollte, da es auf mehrere Plattformen portierbar sein sollte - im Juli 1989. Das Testsystem lief auf einem provisorischen i860. Ein Jahr später wurde beschlossen, dass NT die Oberfläche von Windows 3.x statt die ursprünglich vorgesehene OS/2 Presentation Manager Oberfläche erhält. Die fünf-jährige Entwicklung verschlang rund 150 Millionen US-$ und in der Beta Phase wurden 30.000 Bugs beseitigt.
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Unter der Oberfläche von Windows 3.1 steckt allerdings wirklich ein komplett neues Betriebssystem. Es basiert nicht mehr auf DOS, es kann aber einfache DOS Fenster Emulieren, dabei auch mehrere DOS-Programme geschirmt voneinander parallel laufen lassen. Durch eine Mehrschichtarchitektur können Programme nicht mehr direkt auf Hardware zugreifen, darin lag einer der Gründe von Kompatibilitätsproblemen, war aber Vorraussetzung für erhöhte Sicherheit und Stabilität.
NT lief im Gegensatz zu DOS (16-Bit) nun mit 32-Bit, diese Registerverbreiterung erlaubte die deutliche Erweiterung des Speicherraums, 4 GB Arbeitsspeicher, davon 2 GB maximal pro Programm klangen damals nach utopisch viel. NTFS erlaubte nun die Verwaltung von 2.000 GB Festplattenspeicher. Auch wurde preemptives Multitasking eingeführt, eine zentrale Instanz - der Scheduler - verteilt die Rechenzeit dynamisch auf alle Programme und Threads (Unterabläufe eines Programms), vorherige Multitaskingansätze waren meist kooperativ, Programme mussten von sich aus auf Rechenzeit verzichten.
Im ersten Jahr sollen nur 300.000 Einheiten verkauft worden sein.
Manche Gerüchten besagen aber auch das es anders begründet sein kann: Als damals angefangen wurde, Windows NT zu programmieren, war das Ziel, Windows auf dem Intel i860 Prozessor laufen zu lassen (ein Risc Prozessor). Microsoft benutzte dafür den Emulator "N10"... oder auch "N-Ten" geschrieben.

Windows NT lief dann auch auf verschiedenen Prozessoren auch jenseits der x86 i386er auf MIPS Risc und DEC Alpha Prozessoren. Auf Grund einer fehlerhaften Prozessorerkennung lässt sich NT 3.1 nicht mehr ohne weiteres auf Systemen mit Pentium II und besser installieren, Abhilfe schafft ein Patch auf der Downloadseite. Die Windows NT Serie sollte im Verlauf noch öfters alternative Prozessoren unterstützen.
Bei Windows dachte man früher an das Kunstwort "Wintel", Symbiose aus Windows und Intel, die Microsoft Software wird mit dem klassischen Intel - oder kompatiblen - Prozessoren der x86 Architektur verbunden. Dies trifft aber nur auf die klassischen DOS-Windows Versionen von Windows 1 bis ME zu, bei Windows NT hat man auch schon frühzeitig alternative Plattformen bedient. Folgende Übersicht zeigt welche Windows (NT) Version welche Prozessoren unterstützt hat.
| x86 | x64 | MIPS | Alpha | Power PC | IA64 Itanium | ARM | |
| NT 3.1 | + | - | + | (+) 3 | - | - | - |
| NT 3.5 | + | - | + | + | (+) 1 | - | - |
| NT 3.51 | + | - | + | + | + | - | - |
| NT 4.0 | + | - | (+) bis SP1 | + | (+) bis SP2 | - | - |
| Win 2000 Professional | + | - | - | - 2 | - | - | - |
| Win 2000 Server | + | - | - | - 2 | - | + 4 | - |
| Win XP | + | + | - | - | - | (+) 5 | - |
| Win 2003 r1/r2 | + | + | - | - | - | + | - |
| Windows Vista/7 | + | + | - | - | - | - | - |
| Win 2008 r1 | + | + | - | - | - | + | - |
| Win 2008 r2 | - | + | - | - | - | + | - |
| "Windows 8" | + | + | - | - | - | - | + |
1 = nur PowerPC OEM in Form des IBM RS/6000
2 = nur als Vorversion (Windows 2000 RC1), endgültige Version unterstützte Alpha nicht mehr
3 = CD-ROM für DECpc AXP 150 musste kostenlos bestellt werden
4 = Nur Advanced Server in der "Limited Edition"
5= Sehr seltene eigene Version von Mitte 2003 bis Ende 2005
Allerdings tauch(t)en diese nicht-x86 Prozessoren selten in PCs auf, da sie sehr teuer sind, man findet sie eher im Workstation und Server Bereich, bzw. bei Spezialanwendungen.
Es werden auch mehrere Prozessoren in einen System unterstützt.
NT 3.1 kam mit der Unterstützung dieser Alpha Rechner, allerdings mussten sich NT Besitzer mit passendem Rechner die CD extra bestellen.


Insgesamt konnte die Workstation bereits zwei Prozessoren in einem System ansprechen. Der Advanced Server konnte mit doppelt so vielen umgehen.

Windows NT 3.1 verfügt über mehrere Schichten ,bzw. Kompatibilitätsstufen, um Programme auszuführen, welche wie folgt unterteilt sind:

Die besondere Stärke von NT 3.1 ist die Netzwerkunterstützung, neben den allgemeinen Modellen der Arbeitsgruppe (Workgroup) und der Domäne (Domain) kann NT 3.1 auf folgende Netzwerke zugreifen: LAN Manager, Novell Netware, DEC Pathworks, Banyan Vines, Unix und SNA Networks. Erstmals wird das TCP/IP Protokoll mitgeliefert, auf das heute alle gängigen Netzwerke (inklusive dem Internet) aufbauen.

Da eine Schlüsselrolle die Sicherheit spielte, muss man sich vor der Arbeit erst einloggen, dies geschieht durch die Tastenkombination [STRG]+[ALT]+[ENF], einem vorher festgelegten Account und Passwort. Die Tastenkombination hat einen ganz bestimmten Zweck. Auf MS-DOS Rechnern führt das Drücken zu einen Neustart, somit kann verhindert werden, das andere Programme als die echte Passwortabfrage aufgerufen werden kann.

Zur Sicherheit musste man erst per Affengriff sich einloggen.
Die Benutzerverwaltung ist dabei nicht nur auf die Vergabe von Passwörtern beschränkt, einzelnen Benutzern können Schreib-/Lese-/Löschrechte eingeräumt werden, und das auf verschiedenste Ressourcen.
Insbesondere gibt es verschieden mächtige Benutzerebenen, die zumeist in Benutzergruppen zusammengefasst werden, wie Gäste, Benutzer und Administratoren.
Durch den NT 3.1 Bootmanager kann man auch mehrere Betriebssysteme auf den Rechner laufen lassen.

Der Bootmanager von NT 3.1
Am Zubehör ist einiges geboten, wenn auch nichts Weltbewegendes: Paint, CD Player, Lautstärkeregelung, und der Mediaplayer sind vielleicht als die wichtigsten zu nennen. Dabei gibt es sogar Detailverbesserungen; fügt man in Paintbrush ein Bild aus der Zwischenablage ein, das größer als die Oberfläche, die einen ohne zu scrollen zur Verfügung steht, so wird dieses ganz normal auch in der nicht sichtbaren Bereich eingefügt. Windows 3.1 schneidet gnadenlos das Überstehende ab.

Das Setup ist NT typisch etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem aber sind wenige Treiber für NT 3.1 dabei, und man bekommt kaum noch welche. Ich musste erst eine alte Netzwerkkarte im Schrank suchen, um NT zufrieden zu stellen.
Gegliedert ist es in mehrere Teile, der erste ist ein Nur Text Teil.

Nach einem Neustart geht es grafisch unter einem rudimentären NT weiter.

Während des Setups werden mehrere Hardwarekomponenten abgefragt.

Und letztendlich die Hardware konfiguriert.


Historisch gesehen legte NT den Grundstein für die Client-Server Architektur, wie wir Sie heute kennen. Solche Konzepte gab es zwar auch schon vorher, aber mit NT war es möglich relativ einfach gewaltige Netzwerke aufzustellen und zu verwalten. Allerdings war das auch sein größtes Problem. 1993 waren die Kunden für ein solches nicht leicht zu finden. Neben den Softwarekosten war auch die Hardware nicht wirklich günstig. Die meisten Mittelständler, die heute selbstverständlich einen eigenen Server betreiben, waren damals die Ausnahme. Man betrieb meistens Peer-to-Peer Netzwerke, meist als Ring aufgebaut und nutze normale Betriebssysteme ohne Serverkopplung. Beliebt war auch das Turnschuhnetzwerk: Diskette bespielen und persönlich übergeben.
Wenn man ehrlich ist war NT 3.1 schon wenige Jahre später nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Schon ein Pentium II, 1997 auf dem Markt gekommen, lässt das (unmodifizierte) Setup scheitern. Ein Betriebssystem das nicht umsonst eine Hardwarekompatibilitätsliste mitbringt.
Unbestritten ist es hingegen das erste Windows das auf 32-Bit setzt. Und das ohne 16-Bit Layer. Trotzdem wurden einige NT Features in der Breite erst mit Windows 95 populär.
| Systemvorrausetzungen | Minimal | Minimal RISC | Sinnvoll |
| Prozessor | 386 DX 25 MHz | NT kompatibel | 486 DX 50 MHz |
| Arbeitsspeicher | 12 MB | 16 MB | 20 MB |
| Festplatte | 75 MB | 92 MB | 200 MB |
| Laufwerk | CD-ROM o. Diskettenlaufwerk | CD-ROM | CD-ROM u. Diskettenlaufwerk |