Microsoft OS/2 ist kein Betriebssystem aus der Windowsreihe, sondern ist zusammen mit IBM entwickelt worden. Der Name bedeutet Operating System/2, welcher passend zum Namen der damals neuen Computerreihe Personal System/2 (PS/2) von IBM gewählt wurde. Was allerdings zur Irritationen führte, da ein PS/2 Rechner nicht für OS/2 nötig war (Und umgekehrt). Jeder x86 PC reichte.
Allerdings hieß es nicht, dass die Installation problemlos auf jeden kompatiblen ging. Bis zur Version 1.3 hat es teilweise extreme Mühen gekostet. Auch heute ist es nicht einfacher geworden.
Es gab quasi 2 Versionen von OS/2 1.x, die einen wurden als IBM OS/2 verkauft, die anderen, seltenen, direkt als Microsoft OS/2 als OEM Version für zum Beispiel Tandy. Die letztere Version war dabei einfacher auf nicht IBM Rechnern zu installieren.
Die erste Version von OS/2 war eigentlich eher unspektakulär, ohne grafische Oberfläche war sie mit DOS zum Verwechseln ähnlich, allerdings durch die vielen Netzwerkfunktionen nicht Unix unähnlich.
Die Version 1.1 bekam eine grafische Oberfläche, den Presentation Manager. Diese Gestaltung wurde dann auch bei Windows 2.xx übernommen, jedoch war die Technik hinter. Auffällig ist auch das es bei OS/2 im Gegensatz zu Windows 2.xx nicht nur eine Bedienebene gibt. Ist man bei Windows 2.xx direkt in der Dateiverwaltung, so gibt es bei OS/2 schon so etwas wie einen Programm Manager, von dem aus die anderen Programme gestartet werden.

Immer mit gestartet werden der Task Manager, der Drucker Manager und die Konsole. Das Dateisystem ist in einem separaten Fenster. Der Dateimanager hat auch zwei Ebenen. Eine für Ordner, eine für die Verzeichnisinhalte.

OS/2 führte auch einige Tastenkürzel ein, die noch heute Bestand haben.

An Zubehör wird kaum etwas geboten, ein paar Kommandozeilenprogramme für
Disketten, einen
Editor, eine Systemsteuerung und eine Hilfe.




Viel tiefgründiger ist die Einführung eines neuen Dateisystems: HPFS (High Performance File System), welches später sogar noch von NT 3.xx unterstützt wurde.
HPFS bietet besseren Schutz vor Dateiverlust, erlaubt Dateinamen bis zu 255 Zeichen und unterstützt Partitionen bis 64 GB.



Was auffällt ist das trotz 11 Installationsdisketten kaum Programme mitinstalliert werden, nicht mal eine einfach Bildbearbeitung, nur Tools zum konvertieren und Anzeigen. Die restlichen Programme beschränken sich fast nur auf die Datenträgerverwaltung. (siehe Bild)Ein sehr gutes davon ist das "Fixed Disk Utility" das FDISK in nichts nachsteht, sondern noch übertrumpft.

Es gab auch Server Version, man kann die Reihe also mit Windows NT vergleichen. Der Vergleich ist insofern besonders treffend, da aus der frühen Alphaphase von OS/2 3.0 NT hervorging. Man hatte nämlich bei Microsoft die übernächste Version begonnen, als man noch nicht wissen konnte, dass die Zusammenarbeit mit IBM 1991 beendet werden würde.
Es gibt auch eine Reihe an Features, die direkt an NT erinnern. So kann man den Desktop sperren, und mit einem Passwort versehen.

Auch ist ein Dualbootfunktion enthalten, die es ermöglicht, entweder in OS/2 1.3 oder in DOS zu starten. Allerdings ist sie nicht ganz so komfortabel, wie bei NT, denn sie erfordert einen Neustart des Rechners, und erlaubt nicht ein vorgeschaltetes Menü.

Wie bei NT auch, ist DOS nicht nötig. So beendet man OS/2 1.3 einfach durch ein Beenden, nicht durch ein Herunterfahren.

Technisch war OS/2 sicher in seiner Zeit das Nonplusultra und DOS deutlich überlegen. Aber es brauchte zu der damaligen Zeit dafür auch mehr Arbeitsspeicher und hat beileibe nicht so viel Softwareunterstützung gehabt.
Eine Kuriosität bei den Microsoft'schen Betriebssystemen.