Windows 2000

Windows 2000 ist der Nachfolger von NT 4.0 und wurde deshalb manchmal als NT 5.0 bezeichnet, auch die nicht fertigen Versionen (Betas) liefen noch bis Beta 2 unter der Bezeichnung NT 5.0.

Eigentlich sollte Windows 2000 ein gemeinsamer Nachfolger für die Windows 9.x Sparte und die NT Reihe werden. Es wurde aber nichts daraus, erst der Nachfolger Windows XP sollte diese Funktion übernehmen. Dafür konnte Windows 2000 auf einen stabilen NT Kern aufbauen und wurde mit einigen Features der Konsumersparte und einem Technologieupdate bedacht.

Windows 2000 galt zu seiner Zeit als das größte kommerzielle Softwareprojekt der Geschichte, es hat nach Angaben von Microsoft 2 Milliarden US Dollar gekostet und mindestens 2.000 Programmierer beschäftigt. Im ersten Monat sollen - ohne Großkundenlizenzabkommen - rund eine Million Windows 2000 Versionen verkauft worden sein.

Windows 2000 Professional

Windows 2000 Professional war auch außerhalb des professionellen Domäneneinsatzes bei Privatanwendern beliebt. Zwar hatte es eine höhere Systemlast, so dass für leistungskritische Anwendungen des Freizeitsektors - vornämlich 3D Spiele - Windows 98 oder Me vorgezogen wurden, für ernsthaftere Anwendungen und Internet bot es aber die stabilere und sichere Basis, wenn auch eine kostspielige.

 Übrigens obwohl der Zusatz "Professional" es vermuten lassen würde: Es gibt keine Standard oder Home Variante. Es hätte aber eine geben sollen: Windows Neptune, diese Version kam aber nie über den Alpha-Status hinaus und floss am Ende in XP ein.

Windows 2000 Windows 2000 Windows 2000
Der Bootbildschirm von Windows 2000

Gegenüber NT 4.0, als direkten Vorgänger, hat sich einiges Verändert. Auch wurden einige Funktionen von Windows 98 übernommen:

  • Active Directory: Neues Domänenverwaltugssystem im Verbund mit Windows 2000 Server
  • Abgesicherter Modus und Kommandozeilenoptionen zur Fehlerbehebung
  • Neue NTFS Dateisystemversion mit Möglichkeit der Verschlüsselung und Kontigentangabe
  • FAT32 Dateisystem
  • Gruppenrichtlinien
  • Defragmentierungswerkzeug
  • Menüleisten besser konfigurierbar
  • Echtes Plug & Play
  • Unterstützung für DVD, Firewire (IEEE 1394) und USB (ab Servicepack 4 auch USB 2.0)
  • Einführung Treibermodell WDM (Windows Driver Modell)
  • ACPI Unterstützung (Unterstützung Softwaregesteuerter Energiesparmodi/ereignisse)
  • Energiesparmodus "Ruhezustand"
  • Bootfähige CD-ROM

Windows 2000 Professional setzte die Tradition der robusten Betriebssysteme der NT Reihe weiter fort, anders als in der DOS-basierten Windows 9x Familie, musste eine abgestürzte Anwendung nicht gleich das ganze System mitreißen. Wie bei Windows NT 4.0, und auch heute noch, konnten Programme und Prozesse mit dem Taskmanager kontrolliert und ggf. beendet werden.

Windows 2000 Professional unterstützt wie alle NT Workstations zuvor einen zweiten Prozessor, neu ist hingegen die Unterstützung von virtuellen Kernen per Hyperthreading.

Windows 2000
Task-Manager

Die Oberfläche wurde gegenüber Windows 98 nur leicht verändert, es wurden primär einige andere Farben und Icons gewählt, für NT 4.0 Umsteiger war hingegen der Unterschied größer. So konnte man jetzt auch hier alle Einträge direkt manipulieren und bei Bedarf die Active Directory Anzeige aktivieren und das Startmenü versteckt jetzt selten genutzte Einträge.

Windows 2000
Die neue Oberfläche im Detail: Selten genutzte Programmverknüpfungen verschwinden (links), und tauchen erst nach einem Klick auf die unteren 2 Pfeile wieder auf (rechts).

Aber in die NT Reihe sind dennoch einige Bestandteile von Windows 9x eingeflossen. Musste man unter NT 4.0 Treiber für Hardware noch an den verschiedensten Stellen ansprechen, so gibt es unter Windows 2000 dafür den zentralen Gerätemanager.

Windows 2000
Einfache Treiberinstallation dank des aus Windows 9x bekannten Gerätemanagers

Das neue Windows Driver Modell sollte einheitliche Treiber für Windows 2000 und Windows 98 ermöglichen, aber auch von Hause aus brachte Windows 2000 eine stattliche Sammlung von Treibern mit. Für moderne Rechner bot Windows 2000 mit ACPI und USB Unterstützung zwei herausragende Neuerungen.

Windows 2000
USB fehlt Windows NT 4.0 vollkommen

Durch das ACPI Verfahren konnten vor allem Notebooks profitieren, so konnte das Gerät in den Standby gehen, wenn der Deckel geschlossen wurde. Neu war auch in dem Zusammenhang der Ruhezustand, dieser ist eine Mischung zwischen Standby und Soft-Off, geht der Computer in diesen Modus wird der Speicherinhalt auf die Festplatte geschrieben und beim nächsten Start geladen, so dass man an der Stelle direkt weiterarbeiten kann, wo man aufgehört hat. Der PC ist im Ruhezustand aus und benötigt keine Stromversorgung, wie es beim Standby Modus der Fall ist, wo zumindest die RAM Speicherbänke mit Strom versorgt werden müssen.

Windows 2000
Alternative zum Herunterfahren: Der Ruhezustand.
Windows 2000
Beim Aufwecken durchläuft der Rechner eine verkürzte Startphase und lädt den ursprünglichen Zustand wieder her.

Auch konnte man unter NT 4.0 nicht die Festplatte defragmentieren ohne eine zusätzliche Software zu erwerben. In Windows 2000 wurde dagegen ein Werkzeug integriert. Um dieses gab es einigen Wirbel, da die Firma, die es ursprünglich entwickelte, einer Sekte nahe gestanden haben soll (c't 25/99 S. 58).

Windows 2000
Umstrittenes Defragmentierungswerkzeug

Ein anderes Programm hat weniger Wirbel verursacht, der CD-Player Deluxe. Er bot neben etlichen Steuermöglichkeiten auch das Herunterladen der Titelnamen aus dem Internet. Inzwischen ist die Titeldatenbank leider nicht mehr online. Das Programm stammt übrigens aus Windows 98 Plus!

Windows 2000
Deluxe CD-Wiedergabe

Netzwerktechnisch wird wieder alles geboten was das Herz begehrt, selbst mit Win 3.1 ist eine Netzwerkverbindung problemlos. Nur die Verbindung zu Windows 9x/ME Rechnern ist elendig langsam, da Windows 2000 irgendwelche Task sucht; Hier finden Sie einen Registry Trick, um die Verbindung normal benutzen zu können.

Windows 2000Windows 2000
Nettes Detail: In der Systray gibt es ein Netzwerksymbol (das mit den 2 PCs)
das einen über die Geschwindigkeit der Netzwerkverbindung und die Übertragungen auf den laufenden hält.

Viele Umsteiger mussten sich an das für Sie neue Verwaltungssystem gewöhnen. Für Benutzer von Windows 9x gab es viele Werkzeuge auf DOS Basis nicht mehr, wie Fdisk zur Festplattenkonfiguration, Windows NT Nutzer bekamen die Verwaltungswerkzeuge nun unter einer gemeinsamen Konsole gesammelt. Zuvor waren das mehrere Einzelanwendungen.

Windows 2000
Die mächtige Computerverwaltung erlaubt es Portionen zu formatieren, zu erschaffen und zu löschen.

In der Entwicklung versucht die Kompatibilität zu älteren Anwendungen zu erhöhen. So kann die Eingabeaufforderung viele DOS Anwendungen ausführen.

Windows 2000
DOS ist tot, nur noch eine Emulation ist vorhanden, aber nicht alle Programme funktionieren richtig mit der Hardwareunterstützung:
z.B. läuft Turbo Pascal 6.0 zwar aber die Mausunterstützung fehlt

Das Setup wurde gegenüber Windows NT deutlich vereinfacht. Das liegt zum einem am besseren technischen Stand. Windows 2000 kann mit mehr Dateisystemen auf größeren Platten umgehen. Zudem bringt das Setup schon etliche Controllertreiber mit und bietet die Möglichkeit von CD-ROM zu Booten. Ist dies nicht möglich muss man sich mit vier Disketten herumschlagen. Der erste Teil des Setups kommt im klassischen textbasiertem Format daher.

Windows 2000

Später wird in einem Fenserdialogsystem die Feinabstimmung vorgenommen. Wobei Windows 2000 schon den Trend aufnahm eher weniger als mehr zu fragen.

Windows 2000
Die Installation ist einfach und in zwei Teile geteilt, im ersten Teil wird die Festplatte eingerichtet und die Dateien kopiert,
im zweiten wird die Hardware erkannt und sonstige Einstellungen gemacht.

Windows 2000 Professional wurde durch Servicepacks und Hotfixes von Microsoft aktuell gehalten. Das letzte Servicepack ist Nr. 4. Eine Komponente, die bei NT 4.0 noch nur über Servicepacks aktualisiert wurde, wurde entkoppelt: DirectX. Die primär als Schnittstelle für Spiele genutzte Bibliothek konnte unter Windows 2000 einzeln bis auf die Version 9.0c aktualisiert werden.

Der Lieferumfang von Windows 2000

Windows 2000
 Windows 2000 Professional 1999er Version
Windows 2000
 Windows 2000 Professional 2000er Version

Die Windows 2000 Professional CD

Windows 2000 Werbung

Die Windows 2000 Werbung aus dem Januar 2001 preist Windows 2000 als extrem schnell, und vergleicht es mit dem Firmengründer!

Windows 2000 Windows 2000

PC98-Version

In Japan gab es eine PC-Art namens PC98, diese Rechner waren zu europäischen/amerikanischen Betriebssystemen inkompatibel, deshalb bekamen diese Rechner eigene Windowsversionen verpasst. Das letzte Windows, das diese Rechner unterstützt, ist hierbei Windows 2000.

Windows 2000
Windows 2000 für PC98 Rechner.

Da die Rechnerserie, sie basierte auf Pentium Prozessoren, eingestellt wurde gab es ab ME keine eigenen Windowsversionen mehr. Mehr Infos unter http://www.jcec.co.uk/index.html

Windows 2000
Der einzige Unterschied zum normalen Windows 2000 liegt daran das dieses auf PC98 Rechner laufen!

Fazit:

Windows 2000 gibt es eigentlich zweimal. In Unternehmen war es zusammen mit dem Server eine Revolution in der Administration und hat sich dort lange gehalten. Für Privatanwender war es eher eine Zwischenlösung, die nichtsdestotrotz seine Fans gefunden hat, und auch sehr lange - trotz XP - eingesetzt wurde. Inzwischen wird es ruhig um Windows 2000, zwar wurde es deutlich durch 4 Servicepacks aufgewertet - die Systemvoraussetzungen stiegen damit allerdings deutlich - aber nach etwas über 10 Jahren im aktiven Dienst ist der Supports jetzt komplett eingestellt worden. Nicht einmal mehr sicherheitsrelevante Updates erscheinen mehr, inzwischen lassen immer mehr Programme die Windows 2000 Unterstützung fallen.

Hat Microsoft schon vor Jahren den Internet Explorer (letzte Version 6.0 SP1) und Office (2003) eingestellt, so überlegen auch immer mehr andere Hersteller nicht mehr für Windows 2000 zu entwickeln. Aktuell bieten nur noch Opera und Mozilla mit Firefox aktuelle Browser für Windows 2000.

Systemvorrausetzungen Minimal Sinnvoll
Prozessor Pentium 133 MHz x86 700 MHz
Arbeitsspeicher 32 MB 256+ MB
Festplatte 650 MB 2 GB
Laufwerk CD-ROM CD-ROM