- Build 122
- Build 189
- Build 347
- Build 480
- Build 499
- Build 999 (Nashville)
Der Betatest von Windows 95 startete Anfang 1994, als man den Kreis der Tester deutlich erweiterte, insgesamt sollte Microsoft am Ende 400.000 Vorabversionen verteilt haben, im NT Betatest waren es nur 65.000 Vorabversionen.
Chicago ist die Beta von Windows 95, das Besondere an ihr war das sie
Ausblick auf eine
neue Generation von Betriebssysteme gab. Eigentlich war sie für Entwickler und
für
Systemadministratoren gedacht, damit die ihre Programme/Systeme auf das neue
Windows
umstellen können. Ähnliches gab es bei der NT 3.1, Windows 2000 und bei
der
"Longhorn" Beta. Im Gegensatz zur noch sehr frühen
Alpha vom November 93 ist diese Version aus
dem Juni 1994 schon sehr viel weiter fortgeschritten.

Das Setup, ist noch etwas sachlicher als in der Endversion, aber auch die Reihenfolge wurde geändert. Erst wird bei Chicago die Hardware erkannt, und erst danach werden die Dateien kopiert. Bei Windows 95 ist das anders herum, getrennt durch einen Neustart. Dies hat den Vorteil, dass man bei Hardwareschwierigkeiten nicht alles neu kopieren muss. Die Chicago Variante kopiert dafür nur das was benötigt wird.


Bei Chicago wird die Kopieraktion durch einen Neustart beendet. Danach ist Chicago - meistens - einsatzbereit.

und tada:

Chicago startet, übrigens mit dem Startsound von Win 3.1x, und man erkennt deutlich, dass es der Ursprung von Win 95 ist. Nur die Symbole sind andere.
Im Startmenü findet man nichts Neues eher im Gegenteil, die Seitenbeschriftung "Windows 95" oder etwas ähnliches fehlt, genauso wie die Symbole des Hauptmenüs. Es gibt nur 3 neue Programme, ein Fehlerbenachrichtigungstool, ein Netzwerkchat "Rumor",
![]()
Rumor/Party Line Server ist ein einfaches Chat Programm fürs
Netzwerk

und einen Multithreaded Demo, der die Leistungsfähigkeit von Chicago zeigen soll. Dazu wird einfach der Bildschirmschoner "Bezier" parallel ausgeführt.

Die Systemsteuerung ist noch recht leer, und bietet teilweise merkwürdige Einstellungen, so kann man bei der Zeit/Kalender Einstellung ein Drop-Down Menü sehen, das den Kalender festlegen kann, die einzige Auswahl ist aber "Gregorian Calender".

Die Einzelnen Rubriken sind etwas anders aufgebaut, statt einzelne Reiter gibt es fast alles auf einer Seite, insgesamt etwas übersichtlicher, aber braucht teilweise mehr Platz.

Das Herzstück der Hardwareverwaltung der Eintrag "System" ist beinahe so wie später in Win 95, nur ein paar optische Unterschiede, und einige fehlende Experteneinstellungen sind anders.



Der Explorer ist beinahe der von Windows 95, nur die Maussteuerung funktioniert noch nicht ganz richtig. Etliche Maus-Tasten Kombinationen beim Drag&Drop fehlen. Dafür gibt es eine Ordner Öffnungs Animation, die aus Konturlinien besteht, die größer werden.

Auch fehlen der Papierkorb, bei Chicago wird einfach alles gelöscht, und die Kopier/Lösch Animationen.

Der "Öffnen mit" Dialog wurde zum Glück auch noch bearbeitet, den es werden nur die Dateitypen genannt, nicht die Programme die sie öffnen.

Bei den schon vorhandenen Programmen sind keine großen Unterschiede festzustellen, meist sind es schon die neuen Versionen mit dem Outfit von den Win 3.1 Vorgängern. Die Symbole sind meist farblos, und Markierpunkte sind hier noch Quadrate.

Auch können die Programme noch nicht den Lizenznehmer anzeigen, hier gibt es Platzhalter.

Man merkt aber den Betastatus deutlich an, es läuft mäßig stabil, auf neuerer Hardware teilweise gar nicht, und Win 95 Programme laufen nicht immer, da ihnen noch Systeminformationen oder -dateien fehlen. So konnte ich WinZip 6.3 nur in der 16-Bit statt 32-Bit Version verwenden. Bei Treibern hat man große Chancen, dass Windows 95 Versionen laufen.

Die Entwicklung von Chicago, also Windows 95, ging weiter, und so erhielt die Beta Build 189 auch schon den Namen Windows 95.


Die Neuerungen gegenüber der Build Version 117 halten sich dabei in Grenzen, vor allem ist aber Chicago sehr viel stabiler geworden. Eine auffällige Änderung betrifft das Startmenü, es ist optisch aufgepeppt worden.

In der Systemsteuerung ist ein Programminstallationsassistent hinzugekommen, er führte später ein Schattendasein als Unterpunkt beim Menüpunkt "Software".

Ansonsten hat sich wenig getan, dieselben Programme sind dabei, nur einige Komfortfunktionen sind jetzt integriert.


Die Build 347 von Chicago ist die älteste Version, die ich bis jetzt auf deutsch gefunden habe. Sie ist allerdings noch nicht zu Ende übersetzt worden. An vielen Stellen kommen noch englische Texte durch. Die Version ist übrigens eine Update Version, die früheren englischen waren das nicht.

Das Setup hat zwar auch schon von den Funktionen her Finalstatus, aber die Optik hängt noch etwas nach, so sind die Symbole bei der Komponentenauswahl noch teilw. falsch

und die Diashow beim kopieren der Dateien noch mit anderen Bildern.

Beim Booten die Überraschung. Das Bootlogo ist zwar eingedeutscht, dies wurde aber nicht sehr professionell gemacht, den das Bild ist nicht mehr animiert. (Herunterfahr-/Ausschaltbildschirm sind im Design her mit Build 189 identisch.

Wenn Windows erst mal gestartet ist unterscheidet es sich kaum von der endgültigen Version.

Es gibt nur 2 zusätzliche Programme. Einen BTX-Decoder, der aber nicht übernommen wurde, und Rumor, den Netzwerkchat. Alle Programme sind in Deutsch. Einige Programme haben noch die falschen Symbole: Siehe "The Microsoft Network" und "Windows Explorer".


Diese sehr späte Beta, aus dem Mai 1995, entspricht schon fast der endgültigen Windows 95 Version, sie ist auch schon, soweit ich es beurteilen konnte, komplett übersetzt. Die Diashow des Setups hat aber statt der 16 Faben Bildchen von Win 95 echte abstrakte Kunstwerke zu bieten. Mir gefallen diese besser.

Das Startlogo wurde nun nicht mehr eingedeutscht, dafür bleibt es aber auch animiert.

Kaum anders zu erwarten gewesen, die Build 480 sieht wie das endgültige Windows 95 aus.

Da es sich wieder um ein Update handelte findet man neben Win 3.1 Software nur noch das überflüssige Rumor. Der BTX-Dekoder ist auch schon wieder entfernt.

Als wohl letzte Version vor der Endversion erschien wohl die "June Preview Version" mit der Build Nummer 499. Sie weist keinen augenscheinlichen Unterschied zur finalen Version auf. Letztere ging wohl auch Anfang Juli an das Presswerk. Die Preview-Version konnte im Handel für 70 DM / ~36 € erworben werden.

Da dies eine Testversion ist, ist die Laufzeit begrenzt. Nach einem bestimmten Datum, ich schätze den 31.12.1995, verweigert diese Version den Start. Eine Maskierung der Seriennummer, wie bei älteren Betaversionen, findet nicht mehr statt.

Auch für die kleine Evolution in Windows 95, gab es eine Beta, deren Name Nashville war. Die Beta ist ein Update, es wird also ein bestehendes Windows benötigt, das aber wiederhergestellt werden kann. Denn unter der Softwaresystemsteuerungen kann man Nashville als "Windows 96" deinstallieren. Der Name beruht wahrscheinlich darauf, das Nashville wahrscheinlich als "neue" Windows 95 Version in den Handel kommen sollte, dazu kam es merkwürdigerweise nicht, und Nashville wurde nur als OEM Version vertrieben und bekam nur das Kürzel "B" im Namen

Neuerungen findet man deshalb in Nashville nur wenige, da die meisten nur in der Unterstützung neuer Hardware begründet sind. In dieser Beta werden Infrarot- und USB Schnittstellen unterstützt, AGP und FAT32 Unterstützung hab ich nicht gefunden.
