Windows Vista Beta 1

Natürlich gibt es auch bei Vista Vorabversionen, in denen Bugs und andere Mängel gefunden und gemeldet werden. Im August 2005 war die Beta 1 von Windows Vista auch bekannt als "Longhorn" verfügbar. Die Installation geschient nun über eine sehr stylische, auf Windows PE basierende Oberfläche, welche allerdings kaum Auswahlmöglichkeiten bietet. Blaue Installationsbildschirme im Textmodus sind nun Vergangenheit.

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Das komplett grafische Setup läuft auf Windows PE und ist wie bei NT in zwei Teile geteilt

Nach einem Neustart konfiguriert das Setup nur mehr die Hardware und startet dann schlussendlich Vista.

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Die neue WinLogOn ist eine Spielerei und erinnert schon durch die Buttons stark an MacOS X

Nach dem ersten Login erschlägt einen der nackte Desktop: Wie bei Windows XP ist standardmäßig nur der Papierkorb am Desktop abgelegt.

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Vista nach dem ersten Start

Wohl als erstes wird man das Startmenü öffnen und das Suchfeld bemerken. Klickt man auf "All Programs" geht kein neues Menü wie in XP auf, sondern die linke Spalte füllt sich mit Programmen:

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Tippt man jetzt unten im Suchfeld z.B. "Mana" für "Manager" ein, wird das Alle Programme-Menü gefiltert und zeigt nur Einträge an, die das Wort "Mana" enthalten an. Selbige Funktion findet man im ganzen Explorer.

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Für Leute mit einem vollen Programmmenü sicher eine nützliche Funktion: Der Suchfilter

Was einem sofort auffällt ist, dass die Ordner "Eigene Dateien", "Eigene Musik" etc. alle um das Wort "Eigene" erleichtert wurden. Microsoft begründete dies damit, dass es zu einem Modewort in der Computerwelt geworden ist, was Microsoft nicht gut heiße, denn damals zu Windows 95-Zeiten sollten diese Ordner den Anwender mehr an das System heranführen. Übrigens sind die Ordner "Musik", "Videos" und "Bilder" keine Unterordner der "Dokumente" mehr welche den Anwender leicht verwirren könnten. Diese Ordner findet man jetzt in "X:\Users\BENUTZER" auf.

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Verwirrend: Die Ordner "Musik", "Videos" und "Bilder" sind keine Unterordner der "Dokumente" mehr, es gibt auch keine fixen Symbole dieser für den Desktop

Der Explorer wurde deutlich überarbeitet. Standardmäßig wird nicht einmal die Toolbar mit "File", "Edit", etc. eingeblendet.

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Der "Pictures"-Ordner, auch bekannt als "Eigene Bilder"

Der Explorer zeigt jetzt eine Bildvorschau an, bei den Ordnern die Icons von Programmen, oder Bildern, und auch viel anderes.

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Willkommen im Herzen des Systems: Der Arbeitsplatz

Die Transparenteffekte des DWM (Desktop Window Manager) erfordern eine DirectX 8 Grafikkarte, bei älteren Modellen fehlen diese.

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Vista ohne Transparenzeffekte

Die blaue Leiste mit den wichtigsten Informationen zu einer Datei lässt sich auch verschieben. Mit den vergrößerten Icons kann dies sehr schnell Platz wegnehmen. Gut durchdacht ist auch, dass Icons die nicht 256x256 Pixel groß sind einfach in ihrer maximalen Größe dargestellt werden, und nicht zu Pixelmonstern mutieren.

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Explorer wandle dich: Die extrem großen Icons sind Geschmackssache, in Ordnern wird aber der tatsächliche Inhalt angezeigt

Was es mit den verschiedenen Farben in verschiedenen Ordnern auf sich hat, kann man nur raten. Vermutlich zeigen diese Farben die Priorität eines Ordners an, oder sind einfach eine Farbspielerei.

Vorgeschmäcker auf WinFS findet man überall. Sei es auch nur die Suche, die virtuellen Ordner oder die Dateibewertung. Das Dateisystem selber wird es selber erst nach den Verkauf von Vista als Update geben.

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Die Suche: Aufgrund der Dateidatenbank von Windows werden Dateien und Ordner sowie die Inhalte von vielen Dateien leichter und schneller gefunden.

Das Dateirating bedarf noch einer kleinen Überarbeitung: Systemdateien lassen sich nicht bewerten, außerdem sind diese Standardmäßig mit 0 Sternen versehen.

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Das Dateirating bedarf einer Überarbeitung

Die Systemsteuerung grüßt mit überarbeiteten Kategorien wobei die Sicherheit in Vista an erster Stelle steht.

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Wem die Kategorieansicht nicht mundet: Die klassische Ansicht ist natürlich auch weiterhin verfügbar

Longhorn bietet nun auch so genannte "Virtuelle Ordner" an. Mit bestimmten Kriterien wie Rating, Dateiname, Inhalt etc. lassen sich nur bestimmte Dateien in den Ordnern anzeigen. Es lassen sich selbstverständlich auch eigene virtuelle Ordner erstellen. Als größtes Beispiel lässt sich hier der "Documents"-Ordner aus dem Startmenü nennen.

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Der "Documents"-Ordner aus dem Startmenü ist auch nicht der "echte", nämlich nur der Virtuelle Ordner davon

Vista ist nicht wirklich stabil, so wurde auch die Fehlerberichterstattung überarbeitet. Auch hier gilt: Windows prüft die Seriennummer und speichert die IP sowie auch anderes.

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Alle Achtung: Microsoft weißt nicht mehr auf die Überprüfung der Seriennummer und Speicherung der IP hin

Auch im Zubehör gibt es Überarbeitungen: Der Internet Explorer 7.0 Beta 1 und Outlook Express 6 bieten einen neue, bekannte Features. Zum Beispiel das Tabbed Browsing.

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Der Internet Explorer 7.0
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Der Junkmail-Filter in Outlook Express ist eine sehr nützliche Funktion und ist aus seinem großen Bruder Outlook entliehen.

Fazit

Windows Vista Beta 1 bietet jede Menge Spielereien und eine neue noch gewöhnungsbedürftigere, aber abschaltbare, Optik. Aber wirklich neues ist bisher nicht zu entdecken. Die Sidebar ist verschwunden, WinFS kommt später als Update und TCPA (oder was davon übrig sein wird), DRM und der DirectX Nachfolger sind noch nicht richtig, oder gar nicht eingebaut. So bleibt beinahe nur ein sehr schickes XP artiges Betriebssystem mit hohem Systemanspruch. Mal schauen was die Beta 2 zu bieten hat.

Windows Vista Beta 2

Juni 2006. Es ist soweit, die Beta 2 geht online. Für alle als öffentlicher Betatest der Build 5384 und trotz, dass die Downloads mit 3-4 GB recht groß sind, oder gerade deswegen, verkündete Microsoft kurz darauf das es der "größte" Download aller Zeiten wurde.

Da kurze Zeit auf diese Beta 2, die Build 5456 folgte, fasse ich die beiden Versionen hier zusammen. Die Unterschiede sind gering, liegen angeblich vor allem in einer besseren Grafik und allgemeiner besseren Performance.

Die deutsche Beta 2 Build 5384 lief auf einen Athlon 1400 mit Geforce 3 (DirectX 8.0), die englischsprachige Beta 2 Build 5456 auf einen Pentium 4 2800 HT mit Geforce 6800 GT (DirectX 9.0).

Die Installation läuft komplett unter einer grafischen Oberfläche ab, die Zeiten von Textmodi sind endgültig vorbei.

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Die Installation ist in einer komplett grafischen Oberfläche

Nach der langen, sehr langen Installation startet Vista mit einem schwarzen Bootscreen, scheinbar sind die Designer noch nicht fertig. Es gibt auch nur den alten Startsound. Was nach dem ersten Start auffällt, ist die Ratlosigkeit in der Systemsteuerung. Sehr viele Treiber scheinen noch nicht fertig zu sein, und schon gar nicht mitgeliefert. Meine klassische 3Com Etherlink XL wurde ebenso wenig erkannt wie der Soundblaster Live! oder die Audigy 2. Für letztere bekommt man Treiber aus dem Netz, der Rest läuft auch mit XP Treibern. Die Geforce 3 läuft mit einem rudimentären Treiber, mit dem ist nichts mit Aero Glass zu machen. Im Nachhinein nicht verwunderlich, als DirectX 8 Karte erfüllte sie die Vorraussetzungen nicht, erst ab Geforce 5 ging es los.

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Vista Beta 2 Build 5456 mit Aero Glass

Den Transparenzeffekt sieht man bei kontrastreichen Hintergründen am besten, wie den Palmwedel in diesen Bildern.

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Die Systemsteuerung mit Glass Effekt

Aero Glass ist dabei das wirklich stärkste Argument für Vista. Das liegt sicher daran, dass XP ein ausgereiftes, stabiles Produkt ist und Vista mit wenig technischen Neuerungen kommt.

Vista ohne Aero Glass wirkt durch die dunkle Farbgebung eher farblos und wie ein hässlich gestyltes XP.

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Vista Beta 2 Build 5384 mit Spargrafik

Trotzdem enthält es viele neue Funktionen (gegenüber XP). Die wohl auffälligste ist die Benutzerkontosteuerung. Unter Linux ist es ja gängig nicht als Administrator (root) zu arbeiten, unter Windows ist es aus Faulheit eher gängig. Da dies potenzielle Gefahrenquellen mit sich bringt, hat sich Microsoft eine einfache Umschalt-/und Warnmeldung ersonnen.

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Die Benutzerkontosteuerung

Bei Aktionen die das System potentiell gefährden würden, warnt die Benutzerkontensteuerung. Ist man als normaler Benutzer angemeldet, könnte man hier mit Administratorkennwort die Aktion trotzdem durchführen. Ohne sich umzumelden, und ohne das man es anderweitig als anderer Benutzer ausführen muss. Bei hartnäckigen Heim-Administratoren wird immerhin noch gewarnt. Von der Build 5384 zur 5456 wurden allerdings die Gründe einer Warnung deutlich reduziert, allerdings kann man das auch komplett abschalten (per Registry).

Die Oberfläche wurde gegenüber XP verändert. Das Startmenü ist kompakter geworden, und besitzt eine Suchfunktion für Programme. Nützlich bei sehr umfangreichen Programmsammlungen.

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Das neue Startmenü

Eine weitere Neuerung ist die Sidebar, sie ist der Dockpunkt für kleine Programme, genannt Gadgets, die allesamt mit recht hochwertigen Grafiken arbeiten:

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Die Sidebar

Sonstige Oberflächenänderungen hat man nur mit aktiviertem Aero Glass. Sehenswert sind die Fensteranimationen, aber es gibt auch praktische Funktionen. So wurde die ALT+TAB Programmumschaltung aufgewertet, jetzt beinhaltet dieses Fenster eine Vorschau jedes Fensters:

Windows Vista
Die Anwendungsumschaltung profitiert stark von Aero durch Vorschauen

Das gleiche Prinzip ist bei minimierten Programmen in der Taskleiste angewendet, geht man mit dem Mauszeiger über einen Task, erhält man eine lange Beschreibung und eine Vorschau:

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Vorschauen auch in der Taskleiste

Die eindrucksvollste Art Programme umzuschalten ist aber per Windowstaste+TAB zu erreichen:

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Relativ Nutzfreier Blickfang: die Anwendungsumschaltung mit Tiefeneffekt.

Hierbei werden die Programme hintereinander schräg angeordnet, und man sucht sich das gesuchte Fenster heraus. Die 3D-Engine macht es möglich.

Der Explorer will sich auch neu erfinden. Schick sehen die neuen übergroßen Icons schon aus, aber die baumartige Struktur wird zu Gunsten einer Favoritensammlung aufgeweicht. Als Veteran sieht man so was nicht gerne.

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Explorer mit Aero Glass und Favoritenordner
Windows Vista
Explorer ohne Aero Glass und mit Infoleiste

Mit der neuen Version folgen natürlich auch neue Versionen vom Zubehör. Auffälligster unter ihnen ist natürlich der Internet Explorer 7.0. Er soll unter Vista einige Extrafeatures gegenüber dem IE 7.0 für XP bekommen.

Die größten Unterschiede, neben der Optik, ist das von Mozilla (& Co) eingeführte Tab-Browsing. Man kann in einer Programm-Instanz mehrere Webseiten laden, und zwischen Ihnen herschalten.

Windows Vista
Der neue IE 7.0 mit Tabbrowsing

Man kann sogar mehrere Startseiten in verschiedenen Tabs angeben. Neu ist auch der Phishing Filter. Er soll eines Tages vor unseriösen Webseiten schützen.

Auch der Mediaplayer bekommt wieder einmal eine neue Versionsnummer (11) und Optik.

Windows Vista
Der Mediaplayer 11

Wer noch eins draufsetzen möchte, kann auch die Media Center Extension nutzen.

Windows Vista
Die Mediacenter Extension

Des Weiteren wird es noch etliche kleinere Tools und Spiele geben:

Vista Beta Programme Bild 1/9
Windows Kalender, ein Klassiker kehrt zurück

Vista Vorversionsmedien

Windows Vista RC 1 Packung
Windows Vista Releasecandidat 1

Auch im Vista Betatest wurden vereinzelt noch physikalische Datenträger verteilt, teilweise gab es auch Bücher mit beiliegenden Scheiben.

Vista Vorversions-DVDs Bild 1/5
Windows Vista Beta 2 DVD.

Fazit

Die Vista Beta 2 ist ein netter Einblick für experimentierfreudige Bastler. Auf das finale Produkt kann man aber nicht unbedingt schließen. Teilweise sind noch einige Bugs im Programm, und bis Anfang 2007 ist noch etwas Zeit. So wurde WinFS erst nach der Beta 2 endgültig begraben.

Wie gefällt mir die Beta 2 persönlich? Eine eindeutige Meinung habe ich nicht dazu. Unter einen "älteren" PC, dem 1400 MHz starken Athlon, läuft Vista zum einen eher Träge, zum anderem sieht es dabei auch nicht gut aus.

Anders die Optik auf dem neuerem Rechner mit aktueller Grafikkarte und 2800 MHz Pentium 4 sieht die Sache etwas anders aus. Die Optik ist sensationell, hat aber auch Nachteile. Der Desktop braucht deutlich länger bis er geladen wurde, und die Grafikkarte verbraucht mehr Strom. Im Dauereinsatz kein unbeachtlicher Posten.

Das wäre noch zu verschmerzen, aber aktuell vermiesen auch noch Bugs das Betaleben. Daher rate ich Vista nur auf einem separatem System oder wenn es nicht möglich ist, auf einer separaten Festplatte (ohne das ein anderes System beeinflusst wird) zu testen.