Kurz nach dem Relase von Windows 95 begannen schon die Arbeiten an einem Nachfolger zu Windows 95. Der Codename war Nashville und den Gerüchten nach sollte der Nachfolger schlicht Windows 96 heißen. Allerdings änderten sich die Pläne, der Nachfolger von Windows 95 war erst Windows 98, allerdings flossen die Ergebnisse von Nashville in neue Interimsversionen von Windows 95 ein, welche nur als OEM Versionen mit neuer Hardware verkauft wurden. Diese Versionen wurden Servicerelease 2.x bezeichnet und bekamen die Kürzel Windows 95b und Windows 95c.
Windows 95 B bringt einige Updates mit, die neue Hardware unterstützen, zum Beispiel USB (das aber auch nur nach manueller Nachinstallation und nur wenn die Treiber des Gerätes mitspielen) und FAT32 zur Adressierung von Festplatten von über 2 Gigabyte. Auch ist jetzt die Grafikschnittstelle DirectX und der Internet Explorer (allerdings in der heutzutage fast unbrauchbaren) Version 3. AGP Grafikkarten und USB Geräte werden nun unterstützt, nur muss man die Unterstützung nachträglich per Update(s) aktivieren. Bei den USB Geräten gibt es allerdings nur sehr wenige Treiber für Win 95.

Windows 95 B/C (OS 2.x) unterstützt als neues Dateisystem FAT32, gegenüber dem alten FAT16 kann man nun Partitionen erstellen, die größer als 2 GB sind. Allerdings kann man nur über FDISK neue Partition erstellen, konvertieren mit Boardmitteln ist nicht möglich. Vom Aussehen her hat sich wenig getan... Außer bei den Bildschirmschonern, jetzt sind die 3D Schoner aus NT 3.51 dabei.

Bei den meisten Windows B CDs gibt es einen Fehler mit der Himem.sys, der bewirkt, das selbige statt 5 KB 35 KB im Konventionellen Speicher belegt. Für Windows selber ist das unerheblich, kann aber dazu führen das alte DOS Spiele nicht laufen.

Falls Sie eine Windows 95 B CD haben und Sie in eine Diskettenversion daraus machen wollen, lesen Sie HIER wie es geht.
Diese Windows Version könnte auch das kleine Windows 98 heißen, denn mit dem Internet Explorer 4.0, der jetzt dabei ist kommen viele Internetspielereien, die später auch in Windows 98 integriert wurden, auf die Festplatte. Erstes Anzeichen nach der Installation ist der Active Desktop mit Channel Leiste, die jeder abschaltet...

Die Desktoperweiterung war eine optionale Komponente des Internetexplors, und konnte auch bei NT 4.0 oder älteren Windows 95 Auflagen mit dem IE nachinstalliert werden.
Der Explorer hat jetzt eine Adresszeile bekommen, in diese kann man entweder Internetadressen, lokale Ordner oder Netzwerkressourcen eingeben. Neu ist auch die Anzeigeoption "als Website", sie ermöglicht unter anderem eine Miniaturansicht von Bilddateien.

Auch das Startmenü wurde überarbeitet, es bietet jetzt echte Interaktivität: Früher konnte man nur Verknüpfungen im Explorer im Ordner "C:\windows\startmenü\programme" bearbeiten, jetzt geht es direkt. All diese Neuerungen in der Oberfläche stammen vom IE 4.0, daher kann man einfach seine Windows 95, 95A oder 95B Installation damit nachrüsten.



Technisch hat sich weniger getan, USB ist immer noch nur nach manuellem Nachrüsten verfügbar, allerdings in einer leicht verbesserten Version.
Eine Standartinstallation der C Version braucht übrigens gut 3x mehr Festplattenspeicher als die erste Version: ~160 MB.
Windows 95 B/C hat alle Vorteile von Windows 95, besitzt aber eine breitere Unterstützung für Hardware. Da inzwischen Windows 95 Treiber selten sind, greift man allerdings besser gleich zu Windows 98. Als ich 2007 einen Laptop aus dem Jahre 1997 mit Windows 95 C versorgen wollte, wurde dies überdeutlich: keine Treiber auffindbar, USB nicht aktivierbar. Windows 98 installiert: alle Treiber dabei gewesen, problemlos benutzbar. Einzig für Geräte der Unter-100-MHz-Klasse ist Windows 95 (A) heutzutage eine Überlegung wert.
| Systemvorrausetzungen | Minimal | Sinnvoll |
| Prozessor | 486 DX | Pentium 100 MHz |
| Arbeitsspeicher | 8 MB | 24+ MB |
| Festplatte | 100 MB | 400 MB |
| Laufwerk | CD-ROM o. Diskettenlaufwerk | CD-ROM u. Diskettenlaufwerk |