Windows XP Tablet PC Edition

(Codename "Lonestar")

Windows XP Tablet PC Edition ist ein für der namensgebenden Notebookvariante angepasste Windows XP Professional Version. Tablet PCs sind Notebooks die primär über einen Stift bedient werden. Dazu hat jedes Gerät einen Bildschirm mit elektromagnetischer Stifterkennung, es kann aber auch per USB Tastatur/Maus bedient werden. Die alten Schnittstellen, wie LTP oder PS/2 dürfen die Geräte ebenso wie einen ungenauen Touchscreen nicht besitzen, da sonst Microsoft den Herstellern keine Lizenz erteilt. Dieses optimierte Betriebssystem ist seit November 2002 verfügbar, und es wurde im vierten Quartal 2002 rund 72.000-mal verkauft, mit der passenden Hardware versteht sich.


Ein Tablet PC von Fujitsu-Siemens der mit XP Tablet PC Edition kommt

Der einzige große Unterschied bleibt die Stifteingabe mit passender Schrifterkennung. Die Schrifterkennung soll dabei ohne Lernphase vom ersten Start an funktionieren und kann dazu auch von mehreren Benutzern an einen Gerät verwendet werden. Der besondere Clou ist die automatische Protokollierung der Handschriftenerkennung mit dem „Windows Journal“, so kann man später in seinen handschriftlichen Notizen, wie bei normalen Dateien eine Volltextsuche durchführen.

Dadurch kann man diese Notizen auch einfach an andere Tablet PC Besitzer austauschen, aber es wird auch eine Konvertierung in TIFF angeboten, so dass man mit jedem diese Dateien austauschen kann.

Windows XP Tablet PC Edition 2005

Mit dem Service Pack 2 kamen auch einige neuen Funktionen zur Tablet PC Edition hinzu. Ein Update
von der alten auf die neue ist somit auch kostenlos. Die neuen Funktionen sind:

Tablet PC Eingabebereich (In-Place Tablet Input Panel)
> einfachere Intuitive Eingabe

Autovergrößerungs-Funktion und Echtzeit-Erkennung
> Eingabefelder werden automatisch um eine Zeile erweitert, wenn die alte voll ist

Korrekturfunktion im Eingabebereich (In-Place Correction)
> Vor dem Einfügen in ein Dokument gibt es eine Rechtschreibkorrektur mit Alternativwahl

Kontextsensitive Schrifterkennung (Contextual Awareness)
> In Postleizahlfeldern werden beispielsweise nur Zahlen erkannt

Noch engere Integration in Microsoft Office 2003 und Microsoft Office OneNote 2003


Die vereinfachte Eingabemaske von der Edition 2005

Windows XP Media Center Edition

(Codename "Symphonie")

Bei der Media Center Edition von XP handelt es sich um ein Windows für Wohnzimmer das als Multimedia-Zentrale für spezielle PCs mit Fernsehanschluss dient. Die Media Center Edition ist zunächst nur in den USA verfügbar, und wird nicht einzeln vertrieben, sondern darf nur von den Herstellern aufgespielt werden.


Der HP media center pc 873n ist einer der wenigen PCs mit XP Media Center Edition

Dadurch kann man nach den Plan von Microsoft nach dem Kaufen und Aufstellen des PCs, gleich die Vorzüge eines PCs, Videorecorders, DVD-Players, CD-Anlage und Brenner in einen Gerät nutzen. Dabei wurde zunächst auf einen strengen Kopierschutz gesetzt, der es nur erlaubt hätte aufgenommene Fernsehprogramme nur auf den einen PC wiederzugeben, dann wurde er aber wohl aufgegeben. Der erste PC kommt von HP und besitzt sogar eine Fernbedienung, aber auch einen Preis von 1500 $ -2000 $.

Da es demnächst auch u.a. eine deutsche Version geben soll, habe ich mir die englische mal angeschaut.

Die erste Feststellung ist das die Media Center Edition eine ganz normale XP Professional Version ist, die nur ein Programm mehr besitzt: das Media Center. Dies wird entweder aus dem Startmenü oder einer entsprechenden Fernbedienung mit Windows Taste gestartet.


Der einzige nicht optische Unterschied zum normalen XP: Das Media Center

Bevor man es allerdings verwenden kann, muss es allerdings erst mit den nötigen Daten versorgen, bzw. die Funktionen einstellen. Es wird dabei sogar eine Internetverbindung für die elektronische Programmzeitschrift benötigt. Alle Schritte können dabei auch übersprungen werden, es werden übrigens scheinbar keine Fernsehkarten unterstützt, sondern nur Video-In Schnittstellen.


Erst Arbeit, dann das Vergnügen: Die Einstellungen vom Media Center, damit alles läuft

Das Media Center selbst besteht aus fünf Rubriken:

- Fernsehschauen
- Musik Hören (via Media Bibliothek des Media Players)
- Bilder verwalten/anschauen
- Videodateien anschauen
- DVD anschauen

Man kann also nur immer eins zur selben Zeit tun.


Die Hauptauswahl vom Mediacenter

Die Bilder Funktion z.B. zeigt den Inhalt von "My Pictures" an, man kann sie auch in einer Art Präsentation (Slideshow) sich anzeigen lassen, ideal für einen Fotoabend.


Der Bilder Bereich

Wie gesagt übernimmt die Music Funktion die Playlisten vom Media Player, so dass man erst mit ihm am PC (also ohne Fernbedienung) sich seine Sachen zusammensuchen muss. Auch muss man das Media Center neustarten um die aktuellsten Listen verwenden zu können.


Das Media Center bedient sich bei der Music einfach beim Media Player

Ist das geschafft, kann man die üblichen Funktionen eines Audio Players nutzen, es ist auch möglich per Fernbedienung bestimmte Lieder durch Titeleingabe zu suchen.


Die Titelauswahl erfolgt per Maus oder Fernbedienung

Einmal gefunden werden die abgespielt, wie ich meine etwas langweilig, da bietet der Mediaplayer mit seinen "Ambiencen" (Farbspielereien) etwas mehr fürs Auge.


Die Dateien werden dann etwas einfach wiedergegeben

Windows XP Media Center Edition 2004

Windows XP Media Center Edition gibt es auch als Neuauflage, dies sind die Neuerungen:

- Vollbild "Visualizations" von My Music
- eine Radiounterstützung mit zeitversetztem Hören etc.
- 16:9 Bildschirme werden nun optimaler ausgenutzt
- Telefonmeldungen, auf dem Bildschirm erscheint ein Hinweis, wen das Telefon klingelt
- Lokalisierte Versionen für: Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich
- Videotext wird in den europäischen Versionen unterstützt
- Über die meisten Hersteller der Media Centers PCs kann man ein Upgrade auf die Version 2004 erhalten, hierzulande wird einfach nur die Version 2004 eingeführt.

Windows XP Media Center Edition 2005

Die neue Version bietet eine verbesserte Benutzeroberfläche, und bringt den aktuellen Windows Media Player 10 und den Windows Movie Maker 2.5. Ansonsten sind dies sind die wichtigeren Neuerungen:

- Neuere kompaktere Oberfläche
- Unterstützung von mehr als einen TV-Tuner, dadurch ist es möglich ein Programm aufzunehmen, während man ein anderes anschaut.
- Das hochauflösende HDTV wird unterstützt
- Eingebaute Funktionen für das Brennen von CDs und DVDs
- Unterstützung von kabelloser Übertragung von Mediadaten, zum Beispiel zur Wiedergabe von Fernsehdaten in einen anderen Raum
- Onlinedienste bieten direkt in der Online-Galerie des Media Centers Kinofilme, Nachrichten und Spiele an


Windows XP MCE 2005 hat sein eignendes Design


Die neue Oberfläche ist einfach kompakter und "stylischer"


Für die Wiedergabelisten kann man einfach ganze Ordner durchsuchen lassen


Gewaltiger Unterschied bei der Audiowiedergabe (vgl. erste MCE)


Die überarbeitete Oberfläche von XP MCE 2005


Die Radiofunktion der MP MCE 2005

Fazit:

Die MCE von Windows XP ist eine nette Spielerei, ist aber ohne die Fernbedienung etwas zu umständlich,
bzw. überflüssig. Da kommt man mit anderen Programmen besser bei weg. Mit Fernbedienung kann das
anders aussehen, hier kommt es auf den Monitor (Größe/Sichtwinkel) und den Standort des PCs drauf
an. Anderseits gibt es auch von anderen Firmen Multimediaanwendungen mit Fernbedienungsunterstützung.
Ein Kauftipp ist sie allemal, da sie teilweise günstiger als XP Home ist, aber alle Funktionen von XP Pro beherrscht.

Das wird auch der Grund des Erfolgs sein. Die ersten Versionen waren im Oktober 2002 verfügbar,
bis April 2006 wurden es 10 Millionen Mal verkauft, im Oktober 2006 bereits 20 Millionen Mal.

Windows XP Starter Edition

Die "Starter Edition" von Windows XP, ist ein eine abgespeckte Version von Windows XP Home für die
Länder Indien, Indonesien, Malaysia, Russland und Thailand. Sie werden wohl dabei als günstiges Betriebssystem
(~ 40 $) zusammen mit günstigen Computern vertrieben (OEM), um die Computerverbreitung in diesen Ländern
voranzutreiben. Dafür wurde XP speziell an die Sprachen der Ländern angepasst, es ist nur in Thai, Malay
und indonesisch erhältlich, auch gibt es Gimmicks wie eigene Wallpaper und Bildschirmschoner. Aber vor
allem wurde Windows halt abgespeckt:

- Beschränkung auf 3 Programme, die vom Benutzer gestartet wurden, und 3 vom System gestartete Programme gleichzeitig
- Bildschirmauflösung fest auf 800x600 festgesetzt
- Kein Netzwerk zwischen Computern möglich, bzw. Netzwerkdruckern etc.
- Keine Mehrbenutzerunterstützung

Inzwischen wurde die Starter Edition in den ersten 2 Jahren etwa eine Million mal verkauft und es gibt
25 Sprachen. Die nächste Vista Version soll in fast 80 Sprachen verfügbar sein.

Das erste Mal gibt es nicht nur eine Minimalvoraussetzung, sondern auch eine absichtliche Maximalanforderung

- Desktop PC mit Celeron/Duron/etc. mit 233 MHz besser 300 MHz oder mehr.
- 64 MB Arbeitsspeicher minimal, 128 MB maximal
- 1,5 GB freier Festplattenplatz, maximal 40 GB Festplattenplatz
- CD-ROM oder DVD Laufwerk
- Super VGA Grafikkarte mit  800x600  minimal/maximal und Monitor
- Microsoft Mouse oder kompatibel


Der Desktop der indonesischen Starter Edition


Die Starter Edition Boxen

Windows XP Edition N & KN

Windows XP N: Diese Windows XP Version ist durch die EU-Kommission im Juli 2005 entstanden, welche
von Microsoft forderte eine Version herauszubringen, welche um ihre Multimediafähigkeiten beraubt, welche
Hersteller von anderer Software nicht benachteiligen würden.

Die Edition N kann aus diesem Grund nicht einmal eine Audio CD abspielen, ist also sogar gegenüber von
Windows 3.1 im Nachteil. Da diese Version genau so teuer ist wie die normalen, werden Sie auch kaum
verkauft werden. Die größten OEM Hersteller haben sich schon gegen diese Version entschieden, da der Kunde
ein vollständiges Betriebssystem wünscht.

Windows XP KN: Ähnlich wie die XP N Version entstand diese Version durch ein Urteil im Februar 2006
in Korea. Diese nur in Korea erhältliche Version fehlt wie der N Version die Mediafähigkeit und darüber
hinaus auch der Messenger.

Windows Fundamentals for Legacy PCs

(Codename: Eiger)

Mit Ende des Supports für die Windows 9x/ME Reihe hat Microsoft für Firmenkunden eine spezielle Version für ältere PC-Systeme an. Es bietet nicht den vollen Funktionsumfang von Windows XP, und es verwandelt den Rechner praktisch in eine Art Thin-Client, ein Server übernimmt also den Großteil der Arbeit, also auch das Starten von Programmen.

Updates für XP:

Das Servicepack 1 korrigiert 400 bekannte Fehler von Windows XP, darunter den 60 Hertz Bug bei Spielen und erlaubt jetzt eigene Programme als Standartanwendungen zu benutzen, dazu wurde im Softwaremenü der Systemsteuerung und im Startmenü das Programm "Programmzugriff und -standarts festlegen" eingeführt.


Neue Schaltfläche im Softwaremenü: "Programmzugriff und -standards festlegen"

Das Servicepack 2 ist das wohl umfangreichste Update für ein Betriebssystem aller Zeiten, es korrigiert noch mal 810 Fehler! (Liste von Microsoft (engl.)) Die Netzwerkversion des Patches ist mit 270 MB fast genau so groß, wie der gesamte Installationsordner von Windows 2000! Neben zahlreichen Bugfixes, insbesondere Sicherheitsupdates, wurden auch etliche Sicherheitsfeatures hervorgehoben, verbessert und hinzugefügt. Damit diese Einstellungsmöglichkeiten nicht einfach ignoriert werden gibt es bereits beim ersten Boot ein Auswahlmenü zum Aktivieren.


Der erste Start nach der Installation

Zentrale der Sicherheit ist das neue Sicherheitscenter. Es informiert über Firewall, Automatisches Update und Virenschutz. Der Virenschutz ist dabei das einzige Feature, das nicht von Windows selber erledigt werden kann. Man muss ihn schon selber von einem beliebigen Hersteller kaufen.


Das Sicherheitscenter, Schaltzentrale gegen Viren und Trojaner

Die Windows Firewall ist jetzt nach der Installation von SP2 standardmäßig aktiviert. Sie wurde auch deutlich erweitert, sie kann aber durch eine Fremdherstellerfirewall ergänzt oder ersetzt werden.


Die Firewall schützt auch während des Bootvorgangs, wenn man sie sehr scharf stellt

Der Internetexplorer und Outlook Express haben die meisten Updates erhalten, daneben auch neue Funktionen wie den Anlagenmanager und...


Internet Explorer: Warnungen werden deutlicher

... eine unscheinbare "Killeraplikation": Ein Popupblocker. Dies wird die Werbeindustrie im Internet umwirbeln, wahrscheinlich wird es auch zu noch nerviger Werbung führen.


Der Popupblocker

Das Servicepack 2 ist auf jeden Fall eine Installation wert. Es gibt darüber hinaus für  Windows XP Media Center Edition 2004 und die Windows XP Tablet PC Edition 2005 zusätzliche Funktionen, es werden aber auch neue Hardwaregenerationen unterstützt: Bluetooth 2.0, Firewire 2 und eine Antivirenfunktion der neuen AMD 64 Prozessoren. Übrigens wurde der Bootscreen neutralisiert, dort gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen Professional und Home.


Der neue Bootscreen von XP mit installierten SP2: Kein Unterschied mehr zwischen Home und Professional

Das Servicepack 3 kommt ohne großartige Neuerungen, neben einer erhöhten Netzwerksicherheit, bietet es darüberhinaus nun das Installieren von XP ohne Eingabe der Seriennummer bem Einrichten. Man hat also das Verhalten an das von Vista angepasst. Ansonsten ist es eine reine Patchsammlung, die auch nötig ist. Ein frisch installiertes XP SP2 mit Internet Explorer 7.0 (welcher nicht Teil des SP3 ist) bekommt über das Windows Update mindestens 80 Aktualisierungen angeboten. Mit Treibern und optionalen Updates und aufbauenden Updates sind das dann leicht über 100 (Stand: Ende April 2008).


Selbst mit DSL kein Vergnügen: Updatemarathon im Vor-Sp3 Zeitalter


Mit Servicepack 3 CD-ROMs kann man bei der Installation die Keyeingabe überspringen/verschieben

Fazit:

Windows XP ist  gegenüber Windows 2000, ordentlich optimiert (1/3 der Startzeit) und ist sogar zu DOS Spielen kompatibel. Die geänderte Oberfläche mag zwar Geschmackssache sein, ist aber abstellbar. Weniger schön ist der Preis und der Kopierschutzmechanismus der Aktivierung, hier wird der ehrliche Kunde bestraft.

Trotz alledem hat sich XP als Standard-Windows etabliert und ist in einer Vielzahl von Versionen erhältlich, so dass man eine gewisse Auswahl innerhalb der Windows-Familie hat.

Auch wenn der Nachfolger, Vista, seit einiger Zeit erhältlich ist, bleibt wohl Windows XP noch eine feste Größe im Betriebssystemmarkt.

Systemvorrausetzungen Minimal Sinnvoll
CPU PII 300 MHz CPU 700 MHz
Arbeitsspeicher 128 MB RAM 256 MB+
Festplattenplatz 1,5 GB 5 GB
Laufwerke CD-ROM CD-ROM u. Diskettenlaufwerk

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