Linux - ein neuer Versuch - mit Mandrake/Suse/Red Hat 9.x

Nach langer Linuxpause hab ich 2004 den Beschluss gefasst mich doch mal wieder mit Linux zu beschäftigen. Das Ganze im Rahmen eines Praktikums das ich gerade absolviere. Vorteile für Linux: Ein System das Linux pur sein kann und Zeit sich auch richtig zu beschäftigen. Dazu lese ich das erste Computerbuch seit langem wieder (das letzte war für Corel 6.0). Nun denn:


Tag 1

Ich habe mir wie gesagt ein Linux Buch besorgt und mich geistig auf die Installation vorbereitet. Schon überlegt mit boot/swap/home Partitionen, aber dann kam die Überraschung! Das Mandrake Setup leitet mich elegant um die Partitionierung herum, da ich Windows (2000) nicht beibehalten möchte. Aber hier erst mal die Systemdaten:

Celeron 400, 128 MB, 4 GB Festplatte, 3Com Netzwerkkarte, ATI Grafik PCI, kein Sound

Beste Voraussetzungen also um Treiberprobleme zu umgehen, da ja die Hardware schon älter ist. Nach einer Weile werden die Teile auch erkannt und eingebunden. Mit der Netzwerkkarte gibt es auch kein Problem, auch nicht mit der Konfiguration, da das System in einen DHCP Netzwerk läuft, sprich es wird eigentlich alles automatisch gemacht.

Die beim letzten Suse Versuch noch recht erschlagende Programm Auswahl wurde bei Mandrake etwas besser gelöst. Man wählt Bereiche aus, will ich einen Server, einen Spielerechner, etc. Fairerweise soll aber auch gesagt sein das die Suse Version damals 7 CDs hatte, die Mandrake jetzt nur 3. Warum ich nicht Mandrake 10 genommen habe ist schnell gesagt, Mandrake hatte ich mir vor Monaten runter geladen und noch nicht ausprobiert. Da das Projekt kurzfristig angeleiert wurde, war auch keine Zeit die 10er runter zu laden.

Naja die Installation lief recht Problemlos nur einige optische Bugs waren drin. So waren Dialogboxen manchmal Englisch oder sollte man ein OK drücken wo keins war. Man kurz vor Ende noch nach Passwörter für den Root (der Linux Admin) und für Benutzer gefragt. Keine Frage Linux ist ein Mehrbenutzersystem und man kann es eher mit NT/2000/XP vergleichen, denn als mit Windows 9x/ME.

Nun gut beim ersten Start werde ich gleich als erster Benutzer (ich habe zwei bei der Installation erstellt) eingeloggt. Ohne Passwort. Sozusagen wie bei XP, man kann es aber auch ausschalten, was ich aber (obwohl überrascht) nicht vorhabe. Der ganze Systemstart läuft etwas behäbig, aber auf diesen Kisten läuft auch nicht Windows 2000 wirklich gut (und was anderes kommt eigentlich auch heutzutage nicht mehr in Frage).

Linux
Der Desktop von Mandrake Linux 9.1, hier als Gnome Desktop

Da ich mich mit Linux diesmal ernsthaft beschäftigen will, gibt es nur einen kurzen Ausflug durch die Programme. Übrigens hab ich mich für Gnome als Oberfläche entschieden, da es für mich etwas näher an Windows ist als KDE. Wie gesagt ich will mir Basics aneignen und lande deshalb in der Konsole. Ich fühle mich doch nach ein wenig (buchgeleitetes Arbeiten) wie in das Jahr 1997 zurückversetzt als ich in der Ausbildung, genauer gesagt in der Berufsschule, mit Unix auseinander setzen musste. Naja, stimmt ja auch, da Linux ja ein Unix-Clone ist/war.

Linux
Die Konsole, hier ist Linux Unix am nächsten

Nach vielen herumspielen mit Dateirechten, Kopieren und Dateierstellen will ich mich nach einer echten Herausforderung umsehen. Mir fällt dabei der leider alte Mozilla Browser auf, der noch keinen PopUp Blocker hat. Also entschließe ich mich Mozilla 1.3 zu aktualisieren. Aber in der Paketverwaltung bietet er mir nur ein Update auf eine marginal höhere Version. Also die neue deutsche Version 1.6 separat runterladen. Wie bei der Windowsversion gibt es 2 Versionen. Eine Gepackte und eine Installierbare.

Ich entscheide mich natürlich für die Installationsversion, denn ich hab keine Ahnung wohin ich die andere entpacken soll. Nun gut die Installationsdatei (im RPM Format) runtergeladen, gestartet (man muss dazu das root-Passwort eingeben) und.... fertig. Wie fertig? Und wo ist das Programm? Im Startmenü ist es nicht zu finden. Dort ist weiterhin nur die Verknüpfung für die alte Version, die allerdings auch nicht geändert werden kann. Nach einer kurzen Google Suche finde ich Mozilla im Ordner /USR/Local/Mozilla1.6 wieder, eine Verknüpfung ist dann schnell gemacht, allerdings hab ich noch Probleme mit dem Profilmanager.

Das Geheimnis warum Linux so sicher ist, erstens weil es halt nicht so verbreitet ist wie Windows ist es kein so "lohnendes" Ziel und zweitens ist man grundsätzlich nur als einfacher Benutzer unterwegs und loggt sich nur immer kurz als Root ein. Bei Windows sind die meisten aus Bequemlichkeit als Administrator unterwegs.

Sowieso ist das ganze Dateisystem strenger als bei Windows/DOS. Es gibt standardisierte Ordner dadurch ist eine gewisse Ordnung vorgegeben, man muss sie nur kennen. Dies hat natürlich auf Vorteile, so werden Wechselmedien (CD, Diskette) in den Ordner "mnt" eingehängt. Wobei es egal ist ob das Laufwerk lokal oder über im Netzwerk vorhanden ist. Außerdem gibt es keine Begrenzung durch Laufwerksbuchstaben. Nachteil: Beim Windows System hab ich die (fast) totale Kontrolle wo etwas  gespeichert wird.


Das Dateisystem im Überblick, auf Root hat mal also User gar keinen Zugriff, was schnell erkennbar ist.

Tag 2

Ich habe immer noch Probleme mit dem Profilmanager und habe beschlossen diese zu ignorieren. Das erste was ich mache ist diesen Text zu beginnen, bevor meine Eindrücke verblassen. Natürlich mach ich das mit dem Composer von Mozilla unter Linux, nur die Rechtschreibkontrolle mag ich nicht, sie kommt mit zusammengesetzten Wörtern nicht richtig klar. Ein böser Fehler im Deutschen.

Nun gut weiter in der Konsole und im Buchtext, inzwischen habe ich auch herausgefunden wie Mandrake die Festplatte eingeteilt hat: Ein Root Laufwerk, eine Swap Partition und ein Homeverzeichnis. Nur die Größe muss ich noch herausfinden. (Update vom Tag 3: 2 GB Root, 1,4 Gb Home und 128 MB Swap).

Auch habe ich den Quasi-Standardeditor "VI" kennen gelernt. Wehe jemand sagt jemals ein böses Wort über "Edit" von DOS! Ich finde ihn mehr als eine Spur zu umständlich, er hat unter anderen drei Ebenen zur Bedienung.

Ansonsten hab ich angefangen mit Linux zu arbeiten, was vor allem der Versuch war die Grafikprogramme zu benutzen. The Gimp erschlägt einen einfach, und der Rest ist unbrauchbar. So konnte ich Bilder nicht ordentlich verkleinern. Auch Mozilla hat so seine Tücken, hier wird mal ein Text zu klein angezeigt, dort ein Bild falsch. Eine Webcam konnte ich gar nicht anschauen, da sie nur auf den Windows Media Player als PlugIn-Geber setzte. Man merkt schon, dass der Internet Explorer dominiert.

Tag 3

Hmm, inzwischen hab ich zwar Apache installiert (ich will einen lokalen Server für eine Intranetseite machen), aber wieder keine Spur vom Programm. Außerdem spinnt die Benutzerverwaltung (die grafische), besser gesagt sie tut gar nichts. Beim Versuch einen neuen User zu erstellen und ihn in etliche Gruppen einzutragen gab es einen Fehler. Seit dem öffnet sich das Teil nicht mehr, es kommt nur einen wenig hilfreicher englischer Fehler:

Linux
Auch Linux ist nicht perfekt, und eigentlich genau so "hilfreich" wie Windows

Das ich zu KDE gewechselt bin, hat auch den Grund das Gnome bei jeden Start über das Netzwerk mäkelt (obwohl es funktioniert), aber auch um zu schauen ob es hier jedenfalls funktioniert (was es nicht tut). Nun ja ich hab ja noch die Konsole.

Nun gut inzwischen hab ich gemerkt, dass es die falsche Version von Apache ist. Es war Apache 2 installiert, der soll aber nix sein, also wieder runter geworfen uns 1.3 geholt. Na toll. gepackte Binärdateien... Klasse. Wieder Google.de genervt, Anleitung probiert und ... nix, nur Fehler. Wieso kann es nicht einfacher gehen? Ich vermisse die grafische Installation in Windows wo man nur auf "Weiter" klicken muss.

Linux
Die versuchte Installation. Die Installation ist rein textbasiert und scheiterte an fehlenden Entwicklertools
Linux
Es geht auch anders, der Vorteil der Distributionen. Aber leider die falsche Apache Version

Und so ging es bei Linux. Datei herunterladen, entpacken, als Admin anmelden, dann diese Zeilen in die Konsole eingeben:

./configure --prefix=/usr/local/apache
make
make install

Natürlich musste man das Verzeichnis /usr/local/httpd auch noch selber erstellen. Zudem musste erst mal eine Entwicklersoftware her, in meinen Fall GCC. Aber auf die ganze Sache muss man erst mal kommen (als Anfänger!!).

Nun denn, jetzt geht es ans konfigurieren. Natürlich per Textdatei. Immerhin brauch ich nicht diesen merkwürdigen Editor VC nehmen, sondern ein Clone eines sehr bekannten Tools: Der MC (Midnight Commander)

Linux
Fast wie der Norton Commander, nur die Laufwerksumschaltung funktioniert nicht (da keine Laufwerke)

Mein Gott. Auf Anhieb! Es funktioniert. Ich hab es nur einmal neu installiert. Und es sind Stunden vergangen, aber rtfm war nötig. Sonst kommt man nicht drauf das die Version mit /usr/local/apache/bin/apachectl start gestartet wird! Aber hier mein Intranetserver:

Jetzt muss nur noch Feinschliff ran. Also ein echter Name, aber erstmal heißt es lesen...

Naja zurück nach Hause, und dort mal den alten Pentium 200 MMX quälen, mit Linux natürlich. Das Setup hat zwar gewarnt das es zu schwach sei...

Tag 4

Das Setup ist durch, die Geschwindigkeit von Mandrake 9 ist zwar noch geringer als beim Celeron 400, aber es ist noch erträglich. Diesmal hatte ich manuell partitioniert, und ich muss sagen: Auch das ist gelungen. Man tut es in so einer Art Partition Magic, nicht in einer puren Texttabelle wie damals in Suse 7.1. Nun denn es lief, und ich wollte mal das Vernetzen testen (was ich ja auf Arbeit nicht konnte). Also Samba heruntergeladen, gebrannt und ... wieder dieses Textsetup. Aber inzwischen hab ich jedenfalls begriffen wieso. Ich hatte nicht Programme runtergeladen, sondern den Quelltext! Für Profis ist es natürlich toll, sie können das Programm analysieren und verändern; Für den Anfänger, wie mich, ist es nur eine weitere Last.

Nun denn, obwohl sich die Netzwerkkarten anpingen können, passiert nix. Wahrscheinlich ist Samba nicht richtig installiert oder konfiguriert. Schwer rauszubekommen, denn es gibt keine grafische Steuerung bei dieser Version unter Mandrake. Ich werde wohl RedHat 9.0 (Sie lag dem Buch bei) installieren, denn dort soll auch die Konfiguration per Grafik möglich sein. Ich bin gespannt, allerdings habe ich die CD-ROM beim Praktikumsplatz liegen gelassen. Die Tage 5/6/7 werden wohl Leerlauftage für Linux sein.

Tag 9

Die böse Überraschung zu Beginn. Der Apache ist auf Kriegspfad (mega-Wortwitz), der Apache Server funktioniert also nicht mehr. Ich krieg ihn nicht mehr richtig gestartet. K.A. woran es liegt. Also versuch ich doch einfach mal Redhat 9.0 (lag beim Buch bei) zu installieren (auf einen gleichgebauten PC), um einfach mal ein Neuanfang zu starten, und um ein integriertes Apache zu haben, also vorkonfiguriert.

Das einzige was mir die CD aber gibt ist ein Fehlercode Nr. 11. Das Internet weiß nicht viel drüber, erst recht keine Lösung, also die nächste CD.

Suse 9.0 ist am Start. In der FTP Edition (=1 CD). Die Installation geht ähnlich wie bei Mandrake von statten. Viel wurde automatisiert. Aber die Standard-Hardwareerkennung ist schon hart, die will lieber 1280x1024 bei 60 Hz auf einen 17 Zoll Monitor, statt 1024x768 bei 100 MHz. Naja die Installation geht fast ohne Probleme nur die CD/Laufwerk spinnt immer mal kurz (oder doch der PC? Obwohl Win 2000 lief auch davor drauf).

Linux
Suse 9.0 (Hier später mit der Live CD gestartet)

Wie auch letztlich zu Hause, lass ich die Benutzer weg. Es kann nur einen geben, den Root. Eigentlich ein kleines, größeres Sicherheitsrisiko, aber hinter der Firewall kann mir nicht viel passieren. Gut ich kann es noch durch falsche Eingaben zerrupfen.... KDE begrüßt mich deshalb auch mit entsprechenden Hintergrundbildern.

So, da Apache 1.3 nicht auf der CD ist, muss ich mich wohl mit Apache 2.0 zufrieden geben. Das ganze System kommt mir auch etwas flinker vor als Mandrake. Kann aber auch daran liegen, dass ich die Hardwarebeschleunigung der Grafikkarte nicht aktiviert hatte, vielleicht wird deswegen weniger Optik geboten? Aber erst mal wird Upgedated... das war es dann erst mal für heute. Durch die ganzen Probleme komm ich nicht zu mehr als Klondike spielen. Solitär für Linux.

Linux
Klondike, ein Solitärclone, weit verbreitet unter Linux

Tag 10

Ein neuer Tag, der Rechner wird angeschaltet und.... nichts passiert. Naja fast nichts die Konsole von Suse 9 startet noch. Aber der Rest? NEIN!

Rätsels Lösung: Der Arbeitsspeicher ist defekt. Also getauscht und leider gelingt es mir nicht die einzige Diskette in der Nähe zu mounten. Ich vermisse DOS/Windows. Das ist so schön blauäugig: Oh ein Diskettenlaufwerk ist im BIOS eingetragen, dann wird das
schon stimmen... Deswegen gibt es auch keine Screenshots für Tag 9 (lagen noch auf der Platte).

Da ich eh neuinstallieren muss (und formatieren), da defekte Dateien wahrscheinlich sind, versuch ich es auch gleich wieder mit Red Hat 9.0 (welches jetzt auch problemlos sich installieren lässt). Die Installation selber ist genauso komfortabel und weitgehend automatisiert wie bei den anderen 9.x Linux Distributionen. Da hat sich scheinbar einiges getan.

Nun gut nach gut 1 Stunde und 1,5 GB Daten steht Linux wieder, ich bin wieder Root, alles wie gehabt. Nun fast, inzwischen arbeite ich wieder unter Gnome, da KDE nicht dabei war. Aber das ist nicht so schlimm. Dieses Gnome meckert nicht so viel.

Linux
Redhat 9.0 - Der Gnome Desktop

Nach einigen Quälereien hab ich auch wieder eine Methode gefunden Screenshots zu machen, und zwar mit Gimp, da Ksnapshot nicht bei der CD bei war. Auch läuft Apache, und das nach kurzer Zeit. Denn die Redhat Version hat eine grafische Konfiguration dabei, total einfach, und der Dienst wird auch einfach aus einem Menü gestartet. Bin begeistert.

Linux
Apache Konfiguration leichter gemacht

Ich würde am liebsten gleich noch den Sambaserver starten und probieren, da er ähnlich aufgebaut ist, leider hätte das keinen Sinn, da das Firmennetzwerk keinerlei Freigaben vorsieht und nicht einmal Windows Rechner sich sehen können.

Linux
Keine krypischen Startzeilen, oder Kill-Befehle: Die Dienste Konfiguration

Ich glaube ab jetzt kann mir Mandrake gestohlen bleiben, ich hab es ja noch auf dem anderen Rechner, aber der ist ja nicht so schön vorkonfiguriert und hat ein  Wackelkontakt am Netzteil (keiner der Rechner, die ich hier "verspielen" kann ist vollkommen OK...)!

Tag 11

Keine besonderen Linux vorkommen, da ich kaum dran sitze (am Linuxrechner), am Ende des Tages versuch ich zwar noch eine passwortgeschützte Intranetseite zu errichten, aber Fehlanzeige. Da leider etliche Pakete auf der einen CD fehlen muss ich die mir erst noch die richtigen Red Hat CDs runterladen. Das kann dauern.

Tag 12

Da ich zu Haus auch zu nichts gekommen bin, hab ich jetzt erst damit angefangen. 1,7 GB. Dafür gibt es eine gute Nachricht von Suse, die Screenshots sind zwar weg, aber über die Live CD konnte ich neue machen. Ganz ohne Installation, allerdings auf einen schnelleren Rechner (PIII 733 MHz, 384 MB RAM). Dort läuft die Sache ganz flott ab. Auf meinen Pentium 1 mit 200 MHz und 64 MB Ram, konnte der stundenlang Laden ohne weiterzukommen...

Inzwischen "arbeite" ich fast häufiger am Linuxrechner. Arbeiten heißt wenn man Linux konfigurieren/basteln abzieht einfach surfen... Denn Officegeschäfte erledige ich immer noch unter Windows (Word & Excel). Ich mag Staroffice nicht, zumal es auch gar nicht bei der CD dabei war. An Wine (ein Programm zum Ausführen von Windows Programmen) hab ich mich noch nicht ran gewagt. Vielleicht sollte ich das mal tun. Würde mich mal interessieren ob es überhaupt auf dieser Kiste läuft...

Es läuft! Eigentlich sogar auf Rechner mit einem 386er! Das liegt wohl daran das es ursprünglich 1993 angefangen worden ist um Windows 3.1 Programme unter Linux ausführen zu können. Die Installation war total einfach: Einfach das zur Distribution und Hardware passende Paket im RPM Format runterladen, installieren per Doppelklick, fertig. Wine braucht nicht mal irgendwie konfiguriert werden (bestimmt bei komplexeren Progis schon) und wird dann einfach über die Konsole gestartet, mit:

wine sol.exe

hab ich dann gleich mal Solitär gestartet (Hatte es mir von Windows 2000 geborgt). Bin begeistert, jetzt versteh ich auch wie manche nur mit Linux "überleben", sie leihen sich einfach die Programme... Es soll sogar recht viel darauf laufen, bis hin zu aktuellen Spielen. Allerdings ruckelt  dieser Rechner schon bei dem Flipper "3D Spacecadet"...

Linux
Klondike? War gestern (wegen fehlender CDs kann ich es nicht installieren), also zurück zum Original > Solitär unter Wine

Naja, ein "Rückschlag" den ich verkraften kann, dafür läuft der Apache Server endlich rund, d.h. die Passwortabfrage per .htaccess funktioniert jetzt. Einige Einstellungen in der httpd.conf kollidierten damit. Da half mir auch die grafische Bedienung nicht weiter > Handarbeit. Wobei mir da auch wieder was aufgefallen ist, bei Linux braucht man immer das Internet zum Nachschlagen und dann sollte man mit englischen Seiten klarkommen (gut gibt auch ein paar gute deutsche Seiten...).

Linux
Selbst Windows hat es mitbekommen, Samba läuft jetzt richtig

Meine Herrn (und Damen), ist das ein Tag! Jetzt hab ich sogar Mozilla endlich auch mal geupdatet bekommen, und somit das Problem mit dem Profilmanager gelöst. Aber wer kommt bitte darauf das Mozilla im Ordner "/usr/lib/mozilla-1.2.1" zu finden ist?? Erst ein Hinweis in einer Shell-Datei hat mich darauf gebracht...

Tag 13

Da die Red Hat 9.0 CDs nicht richtig herunter geladen wurden kann ich noch nicht alles installieren. Blöde. Etliche Downloads benötigen zusätzliche Pakete von der CD, allen voran Entwicklerpakete (zum kompilieren). Nun ja ein neuer Server ist gefunden, und er ist recht schnell.

In der Zwischenzeit hab ich eine neue Herausforderung: DOS! Nachdem das Ausführen von Windows Anwendungen ja so gut geklappt hat, müsste es doch auch möglich sein, DOS Anwendungen auszuführen. Gesagt, gegoogelt...

Der erste Kandidat für die Aufgabe ist "DOSEmu" ein Dos-Emulator (wie der Name schon sagt), die Installation ist problemlos per RPM und auch keine weiteren Pakete werden gebraucht, man startet es einfach per Terminalfenster und es startet FreeDOS (MS-DOS, sowie dann auch Windows 3.x möglich). Bei mir gibt es allerdings Probleme mit dem Grafikmodus und mit RunTime Errors. Eigentlich nichts läuft richtig, bzw. gar nicht. Nur den Volkov Commander bekam ich mit einigen Fehlern angezeigt. Naja, weiter googeln.

Linux
Der Volkov Commander unter der DOS Emulation "DOSEmu"

So der nächste Treffer ist "DOSBox", denn ich schon von der Windows XP Version her kenne. Hierbei handelt es sich nicht um einen DOS-Emulator, sondern gleich um einen i386 Emulator mit mitgeliefertem DOS. Sprich ein ganzer i386 wird per Software emuliert. Das Endprodukt ist zwar nicht wirklich schnell (je nach Host-PC ein 286er oder ein 386er mit rund 33 MHz), aber die Hardware ist kompatibel und es gibt keine RunTime Errors mehr (Diese entstehen bei alten Programmen, die sehr Hardwarenah geschrieben worden sind: Das Spiel prüft beim Start wie schnell das System ist, um das Spiel daran anzupassen. Dies geschieht durch eine Rechenoperation, da aber PCs ab rund 160 MHz zu schnell sind versucht die Software eine Division mit einer 0...)

Das Ergebnis begeistert mal wieder! Ein (fast) echter PC mit DOS! Mit allen was dazugehört. Und selbst Tetris (eine der ersten Versionen) läuft, zwar ein Tick zu schnell, aber es ist ja auch für 8086 geschrieben....

Linux
Tetris, unter seinen eigenen emulieren i386 kompatiblen DOS System. Inzwischen sind auch die CDs fertig gebacken (mussten sie auch, ich brauchte CD1 für DOSBox), und ich kann mir endlich den Midnight Commander und Officepakete gönnen. Die Installation erfolgt über einen Installer, nicht wie bei Suse über yast.
Linux
Die Nachinstallation geht problemlos mit den im Web erhältlichen CDs

Tage 16/17

Nach einen wiedermal verlängerten Wochenende Versuch ich einen weiteren Emulator zu installieren. Bochs. Dieser Emuliert eine x86-Umgebung und stellt dann einen virtuellen PC zur Verfügung. Das ganze wurde als Kommerzielles Produkt begonnen, und ist jetzt Freeware. Verständlich das ganze Programm ist ein wahrer Flickenteppich.

Mir gelingt es nicht einen virtuellen PC zu errichten, weder mit der RPM Datei noch über eine kompilierte Version. Zumal mir das kompilieren doch irgendwie auf den Senkel geht. Der Celeron braucht zum Kompilieren schon deutlich länger als eine Pinkelpause. Es ist aber auch der einzige Weg selbst zu bestimmen welche Bestandteile installiert werden, und wo hin! Bei der RPM wird einfach kopiert und fertig. Man hat nicht ein Deut einer Ahnung, wo die Sachen wirklich liegen. So kann man zwar die Programme problemlos über die Konsole starten, aber Startmenüeinträge oder eindeutige Verknüpfungen gibt es nicht.

Dies liegt teilweise sicher am Dateisystemkonzept. Denn jeder Ordner hat ja seine Bedeutung. Leider interpretiert jeder diese anders. Selbst große Distributoren sind sich nicht einig wo Standardprogramme liegen sollen. Naja, diese ganze Sache macht es mir unmöglich Bochs zu deinstallieren.

Die Paketverwaltung zählt nämlich nur die Red Hat eigenen Pakete auf, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Konsole bringt mich auch nicht weiter, denn die RPM behauptet abwechselnd das Bochs schon installiert sei (Installer) oder nicht vorhanden ist (DeInstaller). Manuelles deinstallieren, also löschen? Geht nicht; zu verstreut.

Linux
Ein Programm (hier Bochs) wird aus dem Quellcode kompiliert

Die Paketverwaltung von Redhat im Allgemeinen ist gut, aber sparen tut sie einen nur bedingt Speicherplatz. Denn über kurz oder lang braucht man doch viele Pakete, die man dachte eigentlich nicht zu brauchen. So sind die ganzen Entwicklertools Vorraussetzung für das Kompilieren, ansonsten scheitert es daran, wobei keine ordentlichen Hinweise drauf gegeben werden.

Linux
Unsterblich ist auch Linux nicht, aber das System ist nicht immer gleich nicht mehr zu gebrauchen.

Sowieso nutzt einen die graphische Oberfläche nur bedingt für Programme. Man landet meist immer doch wieder in der Konsole. Linux ist da ein wenig wie Win 3.1: Nette Oberfläche aber im Prinzip nur DOS. Dass man mehr aus Unix machen kann, zeigt ja Apple mit ihrem MAC OS X. Das liegt einfach am Grundkonzept von Linux. Programmierfreaks und Eingabezeilenfreaks basteln sich ein Betriebssystem, wobei ihnen es wichtiger ist das es viele Funktionen beherrscht und diese schnell umgesetzt werden können. Sicher es ist schneller ein Programm per Parameter zu starten, aber tut sich gerade der Anfänger damit schwer.

Fazit

Für wenn ich glaube das Linux geeignet ist? Trotz der ganzen Sachen glaub ich, dass eine potenzielle Gruppe wirklich die blutigen Anfänger sind. Selbst die Installation ist recht einfach, wenn einige technische vorgegeben sind (am besten ist aber vorinstalliert). Jeder Anfänger ist dann in der Lage das Betriebssystem zu nutzen (Kleinere Spielchen, Briefe schreiben, Internet) und hat auch ein relativ wartungsfreies und stabiles System und das für minimale Kosten. Aber wehendem er möchte mehr machen!

Die Softwareinstallation ist im Vergleich zu Windows einfach grauenhaft, das Dateisystem schon etwas komplizierter (Jeder der einen Laien schon mal versucht hat zu erklären das A: das Diskettenlaufwerk ist weiß was ich meine, aber versucht das mal mit /mount/floppy (obwohl in anderen Distributionen...)).

Deshalb glaube ich das im Anwenderspektrum ein riesen Loch klafft. Denn Linux ist nicht wirklich interessant für die breite Masse, erst wieder für Profis, insbesondere mit dem Hang zum Programmieren finden in Linux wieder ein interessantes "Werkzeug" insbesondere auch für Speziallösungen.

Nicht umsonst sind die meisten Linux Rechner Server. Hier spielt Linux alle seine Trumpfkarten voll aus: Flexibilität, gute Performance, Stabilität. Aber das wird dann auch von entsprechend geschulten (und sei es autodidaktischen) Usern bedient. Was mich zu dieser These bringt:

Linux ist kostenlos aber nicht kostenfrei

RTFM (Read the f*cking Manual: Ließ das verdammte Handbuch) ist ein großes Stichwort dabei, man muss viel (Arbeits-)Zeit mit lesen verbringen. Was in den meisten Fällen sogar richtig ins Geld geht, weil man doch richtige Bücher statt Readme-Dateien und Google Treffer braucht. Sowieso hängt Linux sehr stark am Internet, denn es gibt ständig Updates und Fragen die man am besten in Foren lösen kann.

Keine Frage ich arbeite jetzt seit einigen Tagen primär mit Linux (auf Arbeit), ich wollte mir sogar Linux zu Hause hinstellen, aber dazu kommt es wohl doch nicht. Denn es gibt für mich zur Zeit keine Aufgabe, die ich mit Linux lösen könnte, aber mit Windows nicht. Aber meine Meinung zu Linux hat sich seit dem letzten Versuchen doch stark geändert. Linux Distributionen der Stufe 6 und 7 waren für mich eigendlich nur unnütz und unsinnigerweise zu kompliziert.

Die aktuelle Generation bietet eine echte Alternative zu anderen GUIs, wenn man auch viel Zeit investieren werden muss, und das sehe ich bei mir nicht kommen. Windows XP ist einfach ein starkes, stabiles und vor allem bequemes Betriebssystem das inzwischen auch nicht mehr so teuer ist. Man hat allerdings bei Windows halt die Nachteile von so manchen Merkwürdigkeiten in der MS'schen Produktpolitik und die Hauptlast der Schattenseite einer Betriebssystemmonokultur: Viren, Sicherheitslöcher und so weiter. Aber ich bin mir sicher, wenn 90 % Linux hätten würde es auch nicht
anders aussehen.


 Übrigens die Webseite wurde dann doch mit Frontpage und Picture Publisher 8 unter Windows endmontiert. Aber ich werde in nächster Zeit mich trotzdem weiter mit Linux beschäftigen.

Test von 2004.